26.08.2016

Walddörferstraße Online-Diskussion

Von: Online-Redaktion

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Nicki, 26.08.2016: Gibt es eigentlich einen aktuellen Stand? In der Straße hört man sowohl, dass die Velotroute gebaut wird, genauso wie, dass dies vom Tisch sei, angeblich weil es viel zu wenig Radfahrer gäbe, die diese Strecke nutzen würden. Kann man irgendwo nachlesen, bzw. erfahren, wie es nun weitergeht?

Die Zustände in der Walddörferstraße verschlechtern sich gerade rapide. Mehrere Baustellen sorgen dafür, dass der PKW-Parkraum vermindert wird und die Fahrzeuge der Bauarbeiter bzw. der entsprechende Lieferverkehr stellt sich kreuz und quer und verhindert jeglichen sicheren Radverkehr. Der Radweg stadtauswärts ist sowieso schon komplett als Parkplatz verkommen und das scheint die Stadt nicht weiter zu kümmern.

Ob nun Fahrradstraße oder nicht – es muss dringend etwas geschehen! Fußgänger werden von Radfahrern drangsaliert und die Radfahrer von den Autofahrern. Eigentlich hat doch keiner mehr Spaß, sich durch die Walddörferstraße zu bewegen. Kein Wunder, wenn Radfahrer dann – sofern möglich – auf andere Strecken ausweichen.... aber es gibt keine wirklich lohnenswerte Alternative. Der Parkweg stellt auch keine Alternative dar. Wo soll man sich in Zukunft noch erholen dürfen, wenn die Parks zur Durchgangsstrecke der Radler erklärt werden?

Schade, dass die lauten panischen Schreie der sogenannten Interessengemeinschaft solche Auswirkungen haben, dass eine vernünftige und wertschätzende Diskussion, die für alle Beteiligten die beste Lösung herausarbeiten könnte, nicht mehr möglich ist. Ich frage mich, welche Existenzen durch eine harmlose Fahrradstraße bedroht sein sollten. Gibt es vielleicht einen Autohändler in der Walddörferstraße, von dem ich noch nichts weiß und der um seine Kunden bangen müsste? Eine Fahrradstraße ist doch für alle nutzbar! Nur dass die Autos eben nicht mehr Priorität haben, sondern die Straße nutzen, wenn sie dort Anlieger sind, also ein Anliegen haben. Also sind Anlieferungen etc doch überhaupt kein Problem!

Ich frage mich dann auch, ob all diese Geschäftsinhaber der Meinung sind, nur Autofahrer seien gute Kunden. Sie verkennen die Goldgrube, die sich durch den langsameren Verkehr ergeben könnte. Als Autofahrer bin ich nicht geneigt, zwischendurch anzuhalten. Als Radfahrer schon. Da sehe ich auch viel eher, was es überhaupt in der Straße alles an Geschäften gibt! Wenn man in dieser Stadt wirklich ein Konzept sucht, bei der alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind, dann hat man jetzt die Chance, in der Walddöferstraße einen tragbaren Weg zu finden. Wie schon erwähnt wurde, vielleicht ist’s wirklich nicht die Fahrradstraße, sondern eine Einbahnstraße mit vernünftigen Rad- und Fußwegen und klaren Parkzonen. Egal was man entscheidet - ES MUSS DRINGEND ETWAS GESCHEHEN!!!


Jörg Hartmann, 13.07.2016: Ich finde die Idee, den Wandsewanderweg alternativ zu nutzen, gar nicht so abwegig wie vielfach gesagt. Allerdings eignet sich der vorhandene Weg denkbar schlecht als Veloroute. Erforderlich wäre ein kompletter Trassen-Neubau mit Bachbrücken, Grundstücksaufkäufen und Beleuchtung u.ä. Das wäre natürlich eine millionenschwere Investition. Aber ich sehe da manigfaltige Einsparungsmöglichkeiten z. B. beim Eurograb U5 oder in der HafenCity.


Maren H., 30.06.2016: Die Idee des Umbaus zur Fahrradstraße ist ja wohl leider vom Tisch. Wurde schon die Möglichkeit geprüft die Walddörferstr. zur Einbahnstr. für PKW umzubauen und zwei Radfahrstreifen zu installieren? Entweder zusammengelegt oder je einen links und rechts der Einbahnstr.?

Dringend passieren muss jedenfalls etwas: Ich erlebe als Alltagsradlerin auf der Langstrecke von 18 km in die Innenstadt fast täglich Nötigung durch Hupen, dichtes Auffahren und gefährlich enge Überholmanöver. Die Krone war jedoch eine Straftat durch einen PKW-Fahrer, der mich in voller Absicht seitlich gerammt hat und zu Fall gebracht hat. Es gab jedoch viele Zeugen, sowohl an der Kreuzung selbst, als auch im PKW nach mir, die die Verfolgung aufgenommen haben.

Im Gespräch vorher hatte ich dem Täter sogar noch erklärt, dass hier Fahrräder auf der Fahrbahn fahren dürfen und ein männlicher Radler kam noch dazu und unterstütze mich dabei. Aussage des PKW-Führers: Recht und Gesetzt wären ihm egal, hier wäre es zu eng für mich als Radfahrerin und ich sollte mich verdrücken. Als ich das nicht tat, rammte er mich. Eine Alternative bietet der Friedrich-Ebert-Damm für Radler auch nicht, die benutzungspflichtigen Radwege sind viel zu schmal und gefährlich in der Dooring-Zone von parkenden PKW gebaut. Viele Querungen, in denen sich Radler außerhalb der Sichtachsen befinden, gefährden diese zusätzlich.

Bitte tut was in der Walddörferstr.!


Thomas aus Rahlstedt, 10.05.2016: Wer sich den Web-Auftritt der IG anschaut merkt schnell, dass hier nicht fair gespielt werden soll: Polemik, Verunglimpfung, Halbwahrheiten, sachlich Haltloses und Panikmache. Offenbar ist bei der IG die gewerblich finanzierte Kriegskasse gut gefüllt: Anwälte, Plakate, Webseite, einschließlich einer als "Zeitung" getarnter Propaganda-Postwurfsendung an alle Haushalte (bis nach Rahlstedt!). Vermeintlich konstruktive Meinungsaustausche (z.B. mit dem ADFC vom 10.März) verkommen somit offenbar nur zu Alibi-Aktionen. Das ganze gepaart mit einer krawalligen und um "klare Kante" bemühten politischen Opposition, zuzüglich eines bekanntermaßen politisch verankerten Hamburger Verlagshauses. Somit beste Zutaten für eine erfolgreiche Dagegen-Kampagne, ohne Rücksicht auf sachlich-fachliche Argumente, geschweige denn politische Entscheidungen im Sinne eines abgewogenen Allgemeinwohls. Wenn es nicht gelingt, dieser Kampagne "auf Augenhöhe" zu begegnen, d.h. insb. mit Öffentlichkeit und politischem Gewicht (Wählerstimmen!), dann ist das Thema verloren. Nur auf den Austausch von Sachargumenten im Kreise der fachlich Interessierten zu setzen, wird da leider nicht ausreichen. PS: Leider ist alleine schon das "wording" unglücklich: "Fahrradstraße" bleibt im Auto-Land ein leicht zu instrumentalisierender Kampfbegriff. Jeder Bürger kennt den Unterschied zwischen Autobahn und Fußgängerzone... da fällt der geistige Dreisatz nicht schwer.


J.-H. Stender, 03.05.2016: Ich war vor Ort anwesend. Die Beteiligten auf dem Podium waren sehr sachlich und überwiegend konstruktiv. Ich möchte Herrn Dietze für seine ruhige, sachliche und zielführende Argumentation danken. Angesichts der Polemik, die ihm als Radvertreter entgegenschlug, eine nicht ganz einfache Aufgabe.

Ich möchte ein paar Punkte anmerken, die ich vor Ort leider machen konnte. Leider nahmen einige "Betroffene" sehr stark eine teils polemische teils drohende Opferrollen ein und schienen nicht willens oder nicht fähig sachlich-konstruktiv über das Thema "Fahrrad" zu reden, Es wurde z. B. von den meisten Gegnern (und auch von der Presse) nicht (an)erkannt, dass es um ein ganzes Verkehrskonzept für "Wandsbek" und nicht nur um das Fahrrad und nicht nur um das Teilstück 2-km-Fahrradstraße ging. Dass der Hintergrund dieses Konzeptes ist, den Lebensraum Stadt zu verbessern und Verkehr (auch für Autofahrer) zu verbessern, wurde weitestgehend ignoriert.

Besonders deutlich wurde dies daran, dass (1) selbst von einem sachlich argumentierenden Herrn Pohlmeyer unterstellt wurde, dass die absolute Menge der Autos gleichbleibt, als er über die Frage referierte, ob die angrenzenden Hauptstraßen den Durchgangsverkehr der Walddörferstraße aufnehmen könnten. Dass es Ziel des Konzeptes ist, die Menge der Autos in dem gesamten Gebiet zu senken, wurde ignoriert. Dass die Funktion "Sammelstraße" mindestens ebenso für das Fahrrad gilt und damit ein hohes Potential für Fahrradverkehr existiert, wurde weitestgehend ignoriert.

(2) von Seiten des Inhabers der Firma Küster Kartonagen mit einer Klage gedroht wurde, falls das oder ein ähnliches Konzept umgesetzt würde. Ignoriert wurde aber, dass die Stadt Hamburg im Bereich Verkehr ein viel größeres Klage-Problem bereits seit vielen Jahren hat, nämlich aufgrund der ständigen Überschreitung von Schadstoffgrenzwerten. Werden keine Schritte unternommen, die diese Grenzwerte reduzieren könnten, (wie ein solches Fahrradkonzept), wird sowohl die Schadstoffbelastung als auch die Wahrscheinlichkeit von erfolgreichen, für die Stadt Hamburg teuren Klagen steigen.

(3) das Alternativkonzept der mit Klage drohenden Fraktion offensichtlich ein Feigenblatt war und auch den status quo im öffentlichen Raum "Walddörferstraße" (freie Fahrt für freie Autobürger) zementieren sollte. Leider gibt es offenbar Beton in vielen Köpfen und wenig geistige Beweglichkeit. Für Wandsbek und die Walddörferstraße ist zu wünschen, dass der Konsens des gestrigen Abends der öffentliche Raum "Walddörferstraße" muss verbessert werden, zu Fortschritten führt.

Was wäre für eine Verbesserung ohne "Fahrradstraße" möglich?

Stichwort: Sammelstraße. Die Walddörferstraße hat nicht die primäre Funktion Farmsen mit Eilbek zu verbinden, sondern Verkehr aus den Stichstraßen auszuleiten. Daraus folgt m.E.: Man kann die Walddörferstraße durchaus an einzelnen Stellen für Nicht-Anlieger unterbrechen und damit die Verkehrsmenge reduzieren.

Vorschlag: Am nordöstlichen Ende dürfen nur Anlieger/Radfahrer einfahren; an den Kreuzungen Holzmühlenstraße und Wandsbeker Allee dürfen nur Anlieger/Radfahrer/HVV in beide Richtungen einfahren; ( (Schild: Anlieger, HVV und Radverkehr frei!) * zwischen diesen Stellen: an mehr Stellen Tempo 30 (es gibt diverse Kitas, vor denen noch Tempo 50 gilt). Das führt ebenfalls zu weniger Durchgangsverkehr.

Die radförderliche Alternative zu einer Fahrradstraße an dem schmalen Segment lautet: Breite Radstreifen. Wegen der geringen Breite müssten Bäume und/oder insbesondere Parkplätze weichen. Letztlich kommt man zu einem ähnlichen Ergebnis, das dem Radverkehr nur auf dem Teilstück nicht die Priorität einräumt, den er m. E. auf dieser Strecke sinnvollerweise hätte haben können.


Liliane Oser, 26.04.2016: Mit Interesse habe ich gestern die Anhörung zum FahrradstraßenKONZEPT verfolgt und möchte einige Dinge noch einmal hervorheben, da ich doch den Eindruck hatte, dass die Gegnerseite des Konzeptes sehr laut und aufdringlich war. Dies sollten Sie nicht als Meinung der Mehrheit betrachten!

Fahrradfahrer, Fußgänger und ÖPNV-Nutzer sind eher ruhige und besonnene Menschen, wie sich im Gespräch hinterher wieder gezeigt hat (und auch bei der Diskussion). Ich fand den Beitrag von Argus durchaus schlüssig und gut, und auch die Klarstellung, dass der Wandsewanderweg nicht zum Ausbau geeignet ist. Bitte halten Sie daran fest! Ein Ausbau würde eine großflächige Abholzung bedeuten und ein Ende der grünen Erholungsszone. Das ist nicht im Sinne der Lebensqualität. Dann lieber gar nichts machen! Sollte dieser Gedanke erneut aufgegriffen werden, müssen die Umweltverbände dazu geholt werden und da ja gerne mit Anwälten gedroht wird: auch die Umweltseite hat ihre Anwälte.

Fatal wäre es auch, den Öffentlichen Nahverkehr und die Fahrradfahrer/Fußgänger gegeneinander auszuspielen. Dem ist keinesfalls so! Im Gegenteil: Ich besitze kein Auto, allerdings eine Monatskarte und ein Fahrrad. Ich nutze beides täglich. Und bin damit auch nicht allein. Ich kenne einige Familien, die wie wir autofrei – bewusst – leben und die regionalen Einkaufsmöglichkeiten, Bus und Bahn zu schätzen wissen. Autofahrer nutzen erfahrungsgemäß sehr selten bis gar keine öffentlichen Verkehrsmittel. Daher ist meiner Meinung nach klar, wer hier im gleichen Boot sitzen sollte.

Ein letzter Punkt ist die Schadstoffbelastung der Luft. Hamburg wurde hier bereits gerichtlich zu Verbesserungen verpflichtet. An vielen Stellen werden die Grenzwerte überschritten – für die Gesundheit der Menschen und speziell auch Kinder eine äußerst ungute Situation. Auf eine Freiwilligkeit der Autofahrer zu setzen, funktioniert erwiesenermaßen nicht. Daher darf hier nicht auf der falschen Seite nachgegeben werden. Hamburg ist eine Autostadt – für mich ist das keine Auszeichnung! ÖPNV und Fahrradverkehr müssen ausgebaut und unterstützt werden! Ich nutze die Fahrradstraße am Kanal sehr regelmäßig und finde sie großartig. Ich wage nicht, mir vorzustellen, dass es mehr davon gäbe; Die Lebensqualität würde um 100 Prozent zunehmen.


Sabine Wenzel, 22.04.2016: Von einer zeitgemäßen Neuordnung der Walddörfer Str. in durchgängige Fußwege, Parkbuchten und ggf. auch gemeinsamen Rad- und KFZ- Spuren würden Wirtschaftsverkehr, Fahrradpendler und auch gewerbliche Anlieger gleichermaßen profitieren: Weniger Hindernisse auf der Straße und auf den Fußwegen; der knappe Straßenraum würde hier endlich wieder für Mobilität genutzt - und nicht für "Stehzeuge" aller Art. Wegfallen müssen daher in Konsequenz auch ein Großteil der Stellplätze im öffentlichen Raum, die von Anwohnern dauerhaft belegt werden; diese sollten als Kurzzeitstellplätze dem Gewerbe zur Verfügung stehen! (Ich selbst fahre täglich mit dem Fahrrad 16 km in die Innenstadt zur Arbeit.)


Nicki, 22.04.2016: Seit 12 Jahren bin ich Anwohnerin in der Walddörferstraße, kenne diese sowohl als Fußgängerin, Radfahrerin, wie auch als Autofahrerin.

Die bequemste Möglichkeit der Fortbewegung ist hier eindeutig das Auto. Der Straßenbelag ist in gutem Zustand, die Spuren breit genug, auf beiden Straßenseiten existieren Parkmöglichkeiten und Wildparken auf Rad- und Gehwegen ist über die 12 Jahre absoluter Normalzustand, gegen den in den letzten 12 Jahren seitens der Stadt nur sehr selten vorgegangen wurde.

Als Fußgänger sind viele Wege sehr eng und uneben, oftmals gibt es keine Radwege und die Autos beparken sogar dort die Gehwege teilweise so dreist, dass Familien mit Kinderwagen kein leichtes Durchkommen haben. Von der Unübersichtlichkeit der Ein- und Ausfahrten ganz zu schweigen. Nervig ist es dann auch besonders, wenn Radfahrer die schmalen Gehwege mit benutzen. Es ist z.B. zwischen "Am Stadrand" und "Stephanstraße" stadteinwärts schon unangenehm, wenn einem Fußgänger entgegenkommen, weil der Platz fehlt und die Beschaffenheit der Wege katastrophal ist. Solche Streckenabschnitte gibt es diverse. Und wie gesagt - zugeparkt sind diese schmalen Wege zusätzlich. Unbequem ist oftmals nur das Ein- und Ausparken selbst, weil es an Übersichtlichkeit mangelt und man sich in den 50km/h-Verkehr aus- bzw. einfädeln muss.

Als Radfahrer landet man an mehreren Stellen vor im Nichts endenden Radwegen oder vor Baumwurzeln, Schlammlöchern und natürlich den zahlreichen Wildparkern. (Darf man die "Kampfparker" nennen? ;-) )
Wenn man auf der Straße radelt, wird man auf der leicht kurvigen Straße oft unangemessen und gefährlich nah von den schnell fahrenden Autos überholt. Mindestabstand halten die wenigsten ein. Ich finde es sehr gefährlich, auf dieser Straße zu radeln und ich meide es, indem ich - wenn möglich -  lieber an der Wandse entlangfahre. Auch sind die vielen T-Kreuzungen gefährlich, wenn man dort als radfahrender Linksabbieger einbiegen muss. Nicht selten bin ich da schon von Autofahrern genötigt und angehupt worden, wenn ich zum Abbiegen anhalten musste, um den Gegenverkehr abzuwarten. Manche pöbeln sogar lautstark, man hätte auf der Straße nichts verloren. Kurz gesagt - als Radfahrer ist es am unbequemsten und außerdem sehr gefährlich und man ist das Feindbild sowohl der Fußgänger, als auch der Autofahrer. Die vielen Beinahe-Unfälle, die ich selbst erlebt oder gesehen habe, tauchen dabei ja in keiner Statistik auf.

Vor 12 Jahren war die Zahl der Radfahrer nicht so hoch, wie jetzt und da ich täglich (auch im Herbst und Winter) mit dem Rad zur Arbeit fahre, ist die klar steigende Tendenz der Radfahrerzahlen deutlich zu spüren. Und zwar zu allen Jahreszeiten. Es stimmt, dass man auf Nebenstrecken etwas entspannter fahren kann, aber von Farmsen Richtung Innenstadt gibt es gar keine wenig befahrenen Nebenstrecken, die findet man eher, wenn man vom stadtein- und -auswärts fließenden Hauptverkehrsstrom abweicht. Das ist für die zunehmende Zahl der Radfahrer durchaus problematisch und eine Lösung ist zwingend erforderlich.

Fakt ist, dass die Walddörferstraße dringend saniert werden muss. Einfach nur die Radwege zu sanieren, halte ich für nicht ausreichend. Das hilft nicht gegen die Wildparker und ist auch keine Erleichterung für die Fußgänger und nur sehr wenig für die wachsende Zahl der Radfahrer.
Um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, halte ich es für sinnvoll, den Durchgangsverkehr dieser Straße zu erschweren und die Radfahrer auf der Straße zu belassen. Bezogen auf die parallel verlaufenden Hauptverkehrsadern (Friedrich-Ebert-Damm und Ahrensburger Straße) ist die Walddörferstraße eine Nebenstrecke und damit aus meiner Sicht die einzige Alternative, eine Lösung anzubieten, die den Schwerpunkt nicht auf den Autoverkehr legt.

Wird die Walddörferstraße zur Fahrradstraße ausgebaut, bzw. der Radverkehr bei genügend Platz auf Fahrradstreifen geführt, ist dies ein Zugewinn für fast alle Belange:
1. erhöhte Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer durch Beenden der "Durchgangsraserei"
2. Wegfall der alten Radwege, dadurch evtl. bessere Parkkapazitäten und kein (bzw. weniger) Wildparken mehr
3. Tempo-30-Zone erhöht die Lebensqualität der Anwohner und Radfahrer
4. Fußgänger müssen sich die beengten Wege nicht mehr mit ausweichenden Radfahrern teilen
5. Die anliegenden Geschäfte können durch den zunehmenden Radverkehr profitieren. Ein Radfahrer hält doch eher an, als ein Autofahrer mit schlechten Parkmöglichkeiten. Der verlangsamte Gesamtverkehr führt auch eher dazu, dass Geschäfte überhaupt von den Autofahrern wahrgenommen werden.
6. Als autofahrende Anwohnerin finde ich es für mich nicht als Einschränkung, mein Fahrtziel bzw. mein Fahrtende in einer verkehrsberuhigten Straße zu finden und da spreche ich auch für zahlreiche Nachbarn.
7. Eine wetterfeste Fahrradstraße animiert viele Unentschlossene, Strecken häufiger mit dem Rad, als mit dem Auto zurückzulegen - und zwar nicht nur bei Sonnenschein
8. Der Wandse-Wanderweg wird von dem zunehmenden Radverkehr entlastet und bietet wieder mehr Naherholungswert

Den einzigen echten Nachteil haben sicherlich diejenigen, die die Walddörferstraße bisher als Durchgangsstrecke nutzen. Sie müssen auf die großen mehrspurigen Parallelstraßen ausweichen, was meiner Meinung nach aber eher geringes Problem darstellen sollte und im Sinne der Fairness man auch eine Straße mit anderem Schwerpunkt als dem Autoverkehr gutheißen können sollte.

Mir ist völlig unverständlich, wieso manche denken, dass die ansässigen Betriebe Probleme bei der Zulieferung bekommen würden und nicht mehr per Auto erreichbar seien. Die Walddörferstraße soll doch keine Fußgängerzone mit Pkw-/LKW-Verbot werden! Wobei man selbst dort Regelungen für Gewerbetreibende gefunden hätte - wie in anderen Zonen ja auch.

Von mir kommt ein klares JA zum Ausbau der Walddörferstraße als Veloroute. Davon werde nicht nur ich als viel radelnde Anwohnerin profitieren, sondern der Anschluss von Hamburgs Osten an die Innenstadt ohne motorisierte Fahrzeuge wird damit zum Vergnügen.


Claus B., 28.03.2016: Eine Fahrradstraße in der Walddörferstraße halte Ich für sehr bedenklich und macht auch an dieser Stelle keinen Sinn. Hierbei geht es nur um ein Politikum der SPD und Grünen. Vielmehr könnte man den Eindruck gewinnen, es geht hier gar nicht um den Grundsatz einer Fahrradstraße sondern vielmehr darum den Ausbau der Velorouten voran zu treiben, ohne Rücksicht auf Verluste.

Jeder vernünftige Verkehrsplaner mit Sicht auf das Gesamtverkehrskonzept wird hier bei einer Objektiven Betrachtung zu dem Ergebnis kommen, falscher 'Lösungsansatz. Auch in einer Vorplanung der Firma ARGUS halte ich es für unverzeihlich Faktoren wie den Einzelhandel, Gewerbetreibende, Schulen, Betreutes Wohnen, Kirchengemeinden unerwähnt zu lassen. Hier zeichnet sich im Vorwege der rein Politisch gewollte Vordergrund ab. Das Planungsbüro ARGUS sollte doch wohl hinsichtlich der schon geplanten und ausgeführten Projekte wissen dass in diesen Straßen auch sehr viele Menschen leben und arbeiten. Das halte Ich nicht nach Durchsicht des Vorläufigen Konzeptes für eine Deutsche Ingenieurskunst. Sorry.

Zum einen ist die Walddörferstraße eine vielbefahrene Verkehrsader durch ein Mischgebiet mit hohem Anliegerverkehr, Gewerbeverkehr und hohen Durchfahrtsverkehr. Alle Verkehrsverdrängungen aus der Walddörferstraße gehen zu Lasten anderer schon eh ausgelasteter Hauptstraßen. Aber das wird sich schon irgendwie von selbst generieren.

Die Zahlen der Verkehrs-Frequenzen durch die Nutzung des Motorisierten Verkehrsanteils sind deutlich höher als beschrieben. Dafür fallen aber die Prognosen wesentlich besser aus wenn es um Prozentsätze geht wieviel Mitbürger jetzt wohl aus Fahrrad umsteigen werden.

Soll es Ziel sein das unsere Kinder in der Mitte der Fahrbahn mit dem Rad zur Schule fahren zwischen Auto - Bus und Gewerbeverkehr fahren? Jetzt kommt mit Sicherheit die übliche Antwort `NEIN `die können ja weiter auf dem Fußweg fahren. Ganz toll, die Frage ist doch warum werden hier bestehende Radwege nicht erneuert, modernisiert oder instand gesetzt und Radfahrer fahren dort auch, immer mit Blick und Vorbildfunktionen für die kleineren Radfahrer.

Ich selber zähle mich zu einem begeisterten Radfahrer auch wenn Ich dafür nun nicht Mitglied in einem Fahrrad Club bin, ferner sollte jeder sich der Überlegung widmen an wieviel Tagen können, wollen wir das Fahrrad nutzen .Im späten Herbst und Winter habe Ich für mich festgestellt, macht das Fahrradfahren keinen Spaß( Habe bei meinen Fahrradhändler keine Winterreifen bekommen ) Da fahre Ich lieber mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit meinem Auto.

Aus meiner Sicht sollte man den Lösungsansatz vielmehr auf den Ausbau von Nebenstrecken stützen womit man ja Politisch mit den Fahrrad Clubs wirbt, auf denen Radfahrer schnell vorankommen und die Velorouten auszuweiten. Dafür die Walddörferstraße Verkehrstechnisch zu kastrieren halte Ich für unverhältnismäßig und einige andere Bürger /Bürgerinnen wohl auch. Es ist nicht verwunderlich das sich die Bürger/Bürgerinnen der Walddörferstraße mit einer Art von Besorgnis und noch überschaubaren Wiederstand der Sache entgegen stellen, hier muss auch die Regierung erkennen das eine Demokratie auch immer andere Meinungen mit sich bringt.

Definition. Eine wichtige Legitimationstheorie der Demokratie gründet sich auf das Ideal einer "Volksherrschaft", die auf der Zustimmung und Mitwirkung der Mehrheit der Bürger beruhen solle. Theoretisch kann man eine Begründung dafür in folgender Überlegung suchen: Die Ordnung der politischen Gemeinschaft solle sich auf Gerechtigkeit gründen. Die letzte Grundlage, zu der alles Bemühen um Gerechtigkeitseinsicht vordringen kann, ist das, was das individuelle Gewissen nach bestmöglichem Vernunftgebrauch für gut und gerecht befindet. Daher gilt jeder als eine dem anderen gleich zu achtende moralische Instanz, wie Kant feststellte. Dies führt "für den Bereich des Staates und des Rechts zu dem demokratischen Anspruch, dass alle in einem freien Wettbewerb der Überzeugungen auch über die Fragen des Rechts und der Gerechtigkeit mitbestimmen und mitentscheiden sollten.

Auch wenn die CDU in den Medien und Foren in Ihrer Meinungsdarstellung zum Sündenbock gemacht wird, gelobe Ich Respekt für die Politische Anteilnahme der Bürgerinteressen solcher Vorhaben. Ein Ja zu allem ist leicht gesagt und bedarf nur selten weiterer Erklärungen. Ein Nein gegen ein Vorhaben beinhaltet meist eine darauf folgende Diskussion die man nur mit Argumenten gewinnen kann, oder auch nicht. Es würde mich daher nicht wundern, wenn es in anderen Stadtteilen bei der jetzigen Planung, Umsetzung und Politischen Haltung der Velorouten zu weiteren Unstimmigkeiten kommt.


Uwe 20.03.2016:  Als direkter Anwohner bin ich absolut für den Umbau zur Fahrradstrasse! Ich erhoffe mir dadurch eine Zunahme an Wohn-/Lebensqualität durch Reduzierung von Lärm und Abgasen und mehr Sicherheit für Kinder und Radfahrer.


Fabian 08.03.2016: Ich bin für Einbahnstraße stadtauswärts mit Fahrradspuren in beiden Richtungen bei Tempo 40. Ich wohne innerhalb vom Ring 2 und fahre mit Auto die Straße bis Rewe Center. Aufgrund von Einbahnstraßen und Linksabbiegeverboten muß ich bereits heute auf dem Rückweg anders fahren. Mit Rennrad Richtung Stapelfeld oder Ahensburg ist die Walddörferstraße mein bevorzugter Weg.


Dennis Thering in einer Pressemitteilung der CDU am 06.03.2016: »Nach den jetzigen Plänen wird das zur Folge haben, dass viele Geschäfte nicht mehr für den Liefer- und Geschäftsverkehr erreichbar sein werden.«

[Anmerkung ADFC: Niemand behauptet, wünscht oder fordert, dass zukünftig Liefer- und Geschäftsverkehr die Gewerbetreibenden nicht mehr erreicht, wenn die Straße umgestaltet ist. Ausschließlich CDU-Vertreter behaupten dies seit Anfang Dezember 2015. Von den Parteien, dem Planungsbüro, dem ADFC wird ihnen zwar widersprochen. Denn natürlich wird es ggf. eine "Fahrradstraße/Anlieger frei" oder "Fahrradstraße/Kfz frei" geben oder andere Lösungen, die eine Erreichbarkeit von Geschäften und Wohnungen auch mit dem Auto erlauben.]

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