08.06.2016

Verkehrsbericht 2015

Von: Ulf Dietze

Radverkehrsunfälle

Verkehrsunfälle mit Radfahrerbeteiligung: 3242

Bei diesen Unfällen wurden 2567 Menschen verletzt (davon 2350 Radfahrende) und 2 getötet (beides Radfahrende).

Als Hauptverursacher bei den Unfällen mit Verletzten oder Getöteten erfasste die Polizei:

  • 1272 Pkw-Führende
  • 840 Radfahrende
  • 126 zu Fuß gehende
  • 94 Lkw-Führende
  • 14 Bus-Fahrende
  • 53 Sonstige

Hauptursachen

Es gibt seit Langem deutliche Hinweise darauf, dass Unfälle zwischen Pkw und Fahrrad häufig aufgrund mangelnder Sichtbeziehungen eintreten. Die Statistik für 2015 bestätigt, dass rund 2/3 aller Unfälle lediglich folgenden drei Unfalltypen zuzuordnen sind:

Bei den durch Pkw-, Lkw- oder Busfahrende hauptverursachten Unfällen mit Radfahrerbeteiligung (1801) waren 67 % (1209) den Ursachen Abbiegen, Vorfahrt/Vorrang und Einfahren zuzuordnen. Dies sind Unfälle, denen durch Mischverkehr, Radfahrstreifen oder Schutzstreifen entgegengewirkt wird.

Falsches Überholen

Unfälle durch falsches Überholen sind eine große Sorge von jenen Radfahrenden, die Führungsformen auf Fahrbahnebene ablehnen. Für 2015 gilt: 84 Radfahrer wurden verletzt, weil (als Hauptursache) ein Verkehrsteilnehmer falsch überholte.

  • 42 Mal war dies der Radfahrer,
  • 37 Mal der Pkw-Führende,
  • 3 Mal der Lkw-Führende und
  • 5 Mal eine Sonstige Person (Krad, Mofa, sonstige Fahrzeuge, sonstige Kraftfahrzeuge).

Zum Vergleich: Allein die Ursache Falsches Abbiegen durch Pkw-FahrerIn verursachte 638 Unfälle mit RadfahrerIn-Beteiligung.

»Nach den Feststellungen der Polizei treten im Mischverkehr oder auf Radfahr- und Schutzstreifen geführtem Radverkehr aufgrund der verbesserten Sichtbeziehungen an Kreuzungen, Einmündungen und Grundstückseinfahrten und -ausfahrten weniger Unfälle auf. Die Verlagerung des Radverkehrs auf die Fahrbahn ist daher unter dem Gesichtspunkt der Verkehrssicherheit grundsätzlich als positiv zu bewerten.«

Behörde für Inneres uns Sport, 10.05.2016, Drucksache 21/4315