03.08.2017

Ökobilanz von Elektrofahrzeugen

Von: Georg Sommer

Was bringen E-Antriebe für die Umwelt?

Waage - E-Bike gegen Auto adfc hh/Michael Prahl

Elektrofahrzeuge produzieren keine Abgase und sind deshalb umweltfreundlicher als solche mit Verbrennungsmotoren. So einleuchtend der Gedanke ist, die Wirklichkeit ist etwas komplizierter. Auch elektrische Antriebe müssen mit Energie versorgt werden. Die muss erzeugt und in Batterien gespeichert werden. In der gesamten Produktionskette und Ökobilanz ergibt sich für E-Fahrzeuge daher ein differenziertes Bild. Der Wirkungsgrad von Verbrennungsmotoren liegt bei rund 20 Prozent – der von Elektromotoren bei über 90 Prozent. Hier ergibt sich ein klarer Vorteil der elektrischen Antriebe. Einige Prozent technisch bedingter Verluste oder Gewinne zum Beispiel bei der Aufladung oder Wiedergewinnung von Bremsenergie berühren diese Größenordung kaum.

Knackpunkt Akku

Die Schwachstelle elektrischer Fahrzeugantriebe sind die Akkus – in Hinsicht auf klimaschädliche Emmissionen und andere Umweltbelastungen durch die Herstellung. Berechnungen zeigen nun, dass ein Auto mit Verbrennungsmotor über acht Jahre lang fahren kann, bis es die gleiche Umweltbelas­tung eines E-Autos erreicht hat. Nur wenn E-Autos vollständig mit Ökostrom laden, fällt die Umweltbilanz auf Dauer etwas güns­tiger aus. Doch bei Pedelecs sind die Umweltbelastungen deutlich geringer. Selbst unter Berücksichtigung der Energievorkette und der direkten Fahrzeugemissionen fallen hier nur im Vergleich mit konventionellen Fahrrädern zusätzliche Belastungen an.

Bike ist besser!

UPI-Institut, Bericht 79
Die durch Elektroautos bei der Stromerzeugung verursachten CO2-Emissionen liegen, anders als häufig angenommen, ungefähr auf gleicher Höhe wie bei Benzin- und Dieselautos, wie das UPI-Institut in einer Studie feststellt

Wenn man also Herstellung und Energieerzeugung berücksichtigt, sind die Umweltwirkungen von Pedelecs deutlich geringer als bei allen anderen Motorfahrzeugen – einschließlich des Öffentlichen Nahverkehrs. Eine Studie des Bundesumweltministeriums zeigt dabei auch, dass besonders Berufspendler mit dem Pedelec viele Autofahrten ersetzen. Und dabei erzielen die Umsteiger in der Klimawirkung eine Verbesserung um Faktor 11. Von den Vorteilen in Sachen Lärmminderung, geringem Platzbedarf, gesunder Bewegung, Flexibilität und Fahrspaß profitieren Rad- und E-Bike Fahrer sowieso. Am Ende ist es also doch recht einfach: Elektrofahrräder produzieren keine Abgase und sind deshalb umweltfreundlicher als Autos mit Verbrennungs- oder E-Motoren.

Georg Sommer in RadCity 4/2017