Steuervorteile beim Fahrradkauf nutzen

Von: Georg Sommer

Die Anschaffung hochwertiger Fahrräder oder E-Bikes kann durch ein cleveres Steuersparmodell leicht finanziert werden.

Wer mit dem Rad fährt, hat Spaß, gesunde Bewegung, schont die Umwelt und spart bares Geld – gerade auf dem täglichen Weg zur Arbeit. Und mit einem E-Bike flitzen Arbeitnehmer auch auf längeren Anfahrtswegen mühelos zum Job. Alltagstaugliche Pedelecs kosten allerdings ab 2000 Euro aufwärts. Clevere Sparfüchse können die Anschaffung eines hochwertigen Rades aber steuersparend finanzieren.

Dienstwagenprivileg

Die steuerliche Regelung, die als »Dienstwagenprivileg« schon zu viele klobige Spritfresser auf die Straße brachte, gilt seit 2012 auch für Fahrräder und E-Bikes. Spendiert der Arbeitgeber ein schickes Rad, darf es sowohl für den Arbeitsweg als auch privat gefahren werden. Ob wirklich ein beruflicher Nutzen besteht, spielt für den Fiskus keine Rolle. Bei diesem Modell kostet das den sportlichen Arbeitnehmer um die 10 Euro pro Monat – das ist der Steueranteil, der für den geldwerten Vorteil des genutzten Rades anfällt.

Lässiges Leasing

Doch auch wenn der Chef das Zweirad nicht finanziert, können Arbeitnehmer bei der Anschaffung und Nutzung eine neuen Fahrrads sparen: Least man das Bike über die Firma, kostet das den Chef keinen Cent: Die Leasingrate wird per Gehaltsumwandlung vom Monatsbrutto abgezogen. Auch eine jeweils anteilige Übernahme der Kosten ist möglich.

Der Spiegel rechnete es vor: Ein Arbeitnehmer mit 4000 Euro Bruttogehalt least ein Pedelec für 2200 Euro. Monatliche Leasingrate und Versicherung (etwa 65 Euro) wird direkt vom Gehalt abgezogen. Das zu versteuernde Einkommen sinkt um diesen Betrag. Nur ein Prozent des Neuwerts (22 Euro) wird als geldwerter Vorteil zu Steuer und Sozialversicherung herangezogen – monatlich also etwa 10 Euro.

Doppelt absahnen

Netto hat der Arbeitnehmer dann 44 Euro weniger im Monat. Übernimmt er das Rad nach drei Jahren zum Restwert (10% des Neupreises) für 220 Euro, hat er rund 1800 Euro insgesamt bezahlt. Sogar inklusive Versicherung sahnt er das Rad dabei noch günstiger als beim normalen Kauf ab. Obendrein kann man die steuermindernde Pauschale von 30 Cent je Kilometer für den Arbeitsweg auch mit dem Dienstrad geltend machen und sich so das Toastbrot von beiden Seiten buttern.

Mehr Info: adfc.de/verkehr--recht/recht
hamburg.de/luftguetepartnerschaft/4301206/fahrradleasing

Georg Sommer in RadCity 4/2017