09.02.2019

Legendäre Fahrräder VIII: Das Moulton Stowaway von 1962

Von: Dirk Lau

Klapprad mit Gummifederung

Illustration: Moulton Stowaway Illustration: Michael Prahl

Alexander Eric Moulton, 1920 in England geboren, stammte aus einer Dynastie von Erfindern. Als junger Ingenieur entwickelte er für die British Motor Corporation (BMC) und später für Dunlop die Idee der Gummifederung und tüftelte an einer Federungs- und Fahrradkonzeption. Dabei half ihm seine Freundschaft mit dem BMC-Konstrukteur Alec Issigonis, dem Vater des mit Gummifederelementen ausgestatteten Austin Mini. Im Jahr 1959 präsentierten die Freunde zeitgleich ihre »Babys«: Moulton sein Fahrrad und Issignonis seinen Kleinwagen, beides indirekte Folgen der durch die Suezkrise verhängten Benzin-Rationierungen in England. Fahrraddesigner Moulton kombinierte Hochdruckreifen auf – damals recht bizarr anmutenden – 16-Zoll-Laufrädern mit einer Gummifederung an einem zerlegbaren Rahmen, dessen Dimensionen eine ergonomisch günstige Sitzposition erlaubten. Sein erstes echtes Faltradmodell, das »Stowaway« (to stow something away, dt. etwas verstauen) von 1962, bot Moulton zunächst der Raleigh Cycle Company an. Als der Branchenriese ablehnte, produzierte er es einfach selbst – mit großem Erfolg. Bald avancierte das teilbare und gummigefederte Moulton Stowaway zum ausstellungswürdigen Designobjekt und Prototypen für alle späteren Klapp- und Falträder. Sein Erfinder starb – ebenfalls vielfach ausgezeichnet – im Jahr 2012.

Dirk Lau in RadCity 2/2018