05.04.2019

Legendäre Fahrräder XIV: Tandem

Von: Dirk Lau
Illustration:Michael Prahl

Radfahren macht glücklich. Und wem das allein zu langweilig oder nicht möglich ist, für den gibt's Tandems! Zu zweit kommt man nicht nur schneller, sondern auch immer zusammen an - egal, wie viel Kraft jeder einsetzt. Fahrräder für zwei oder mehr hintereinander sitzende Menschen - der Lenkende als "Pilot" oder "Kapitän", der Nichtlenkende als "Stoker" oder "Heizer" - gibt es schon lange. Ein Tandemrad besteht aus einem speziellen Fahrradrahmen mit einem zweiten Sitz­rohr und einem weiteren Tretlager. Meist verläuft zur Versteifung noch ein Rohr vom Steuerrohr zum hinteren Innenlager (Tretlager). Das Vorderrad wird gelenkt und das Hinterrad angetrieben.

Ein echtes Goldstück unter den Tandems ist das Exemplar der Kölner Fahrradmarke Gold-Rad von 1928. Gegründet wurde die Firma 1892 von dem gelernten Polsterer Benjamin Goldberg in Siegburg. Er ließ sich den Namen "Gold-Rad" schützen und zog 1910 nach Köln um. Zwei Jahre später erschien sein erster Katalog mit eigenen Fahrradmodellen. 1930 eröffnete Goldberg in Köln-Ehrenfeld eine moderne Fahrradmanufaktur und stieg in den Rennsport ein: 1936 errang der Kölner Toni Merkens mit einem eigens für ihn gebauten "Gold-Rad" die Goldmedaille im Bahnsprint bei den Olympischen Spielen. Firmengründer Goldberg starb 1944. Nach dem Zweiten Weltkrieg produzierten die Kölner auch Kinderräder und Mopeds sowie in den 1960er-Jahren das Klapprad "Piccolo". 1998 musste der Betrieb geschlossen werden.

Erschienen in RadCity 3/2019