Legendäre Fahrräder XVIII: BMX-Rad

Von: Dirk Lau
ET-BMX-Rad von Kuwahara Illustration: Michael Prahl

Die Popularität der BMX-Räder, die besaß, wer Anfang der 1980er-Jahre als Kind die Frei­heit auf zwei Rädern entdeckte, hat viel mit zwei Spielfilmen zu tun, in denen die klei­nen Cross-Räder die eigentlichen Stars wa­ren: Stephen Spielbergs «E.T. - Der Außer­­­irdische», der 1982 in die Kinos kam, und der austra­li­sche Film «BMX-Bandits» von 1983 mit dem späteren Weltstar Nicole Kidmann in ihrer ersten Hauptrolle. Die Hand­lung besteht vor allem im Abfilmen di­verser spektaku­lärer Fahrten durch die Stadt: Drei Kinder auf BMX-Rädern, darunter eben Kidman, werden von einer Gangster­bande verfolgt, weil sie irgendwas haben, das die Gangster wollen. Bei Spielberg wie­derum versuchen böse Wissen­schaftler E.T., den außerirdischen Freund des Helden Elliott, zu fangen und zu töten. Der aber packt den Alien kurzerhand in den Lenker­korb seines BMX-Rads (eine eher seltene Ausstattung...) und fliegt mit ihm vor der Kulisse des Vollmonds davon. Angefangen hatte alles Ende der 1960er-Jahre in den USA, als Sportler*innen auf einem speziellen Fahr­rad mit 20-Zoll-Lauf­rädern verschiedene Tricks oder Stunts aus­führten. Rasch kam dafür die Abkürzung BMX für «Bicycle Motocross» auf, wobei das X für das englische cross (Kreuz bzw. durch­queren) steht - aber woher das «Moto» kam, bleibt bis heute ein Geheimnis. Seit 2008 ist BMX-Racing eine olympi­sche Disziplin. Elliotts Modell von 1982 stammte übrigens von Kuwahara aus Japan. Der Hersteller be­nannte sein BMX KZ-2.5 später in ET-1 um und bot das Fahrrad in einer Zweitonfarbe wie im Spielberg-Film an.

aus RadCity 6/2019