Legendäre Fahrräder XX: Postrad

Von: Dirk Lau
Illustration: Michael Prahl

Seit die von Autos verstopften Städte nach klimafreundlichen Mobilitäts­lösun­gen suchen, ist die »letzte Meile« bis zur Tür der Kunden in aller Munde – in der Logistik, bei der Post und im Transportwesen. Lange bevor es fahrende Roboter, Drohnen oder Elektrokleinfahrzeuge gab, war ein Klassiker der »letzten Meile« im Einsatz, der Städte und Post vom Auto un­ab­hängig macht: das Fahrrad.

Wer kennt nicht die gelben Posträder wie das Modell der Marke Biria, auch Zustell­räder genannt, mit dem Brief­träger*innen in Deutschland unter­wegs sind? Solche Las­tenräder sind schon seit 1896 im Postdienst. 2009 zählte die Post AG über 19.000 Fahrräder im Einsatz. Auch andere Paket­dienste und private Zustellfirmen setzen mittlerweile aufs Rad.

Der meist in Unternehmensfarbe la­ckier­te Rahmen ist tief geschnitten, um das häufige Auf- und Absteigen zu erleichtern. 26-Zoll-Laufräder sollen den Schwer­punkt des Rades tief halten und es so stabilisieren. Die speziellen Boxen oder Taschen sind hinten und vorne befestigt, sodass die Last möglichst gleichmäßig und wetterfest auf beide Räder verteilt wird. Der Ständer verfügt oft über Rollen. Moderne Post­räder sind zudem mit einem unter­stützenden Elek­tromotor aus­ge­stat­tet. Fällt der mal aus, kommt die Post per Rad trotzdem, anders als bei Ro­­bo­ter oder Drohnen. Auch lässt sich mit Menschen immer noch besser als mit Ma­schinen reden – falls im stressigen Brief­trä­ger*innenalltag Zeit für einen kleinen Plausch ist.

aus RadCity 3/2020