Kinder, Jugend, Termine, Verkehr
14.05.2019

23.05. | Friedrichsberger Straße. Demo: Auf die Straße für Tempo 30!

adfc hh/Andrea Kupke

Friedrichsberger Straße, an der Verkehrsinsel kreuzt die Veloroute 6 zwischen Eilbekpark und Lortzingstraße

Demoplakat

Breites Bündnis unter anderem von Schulen, Parteien und ADFC setzt sich für Tempo 30 ein.

Zum dritten Mal innerhalb von zehn Jahren hat Hamburgs Innenbehörde im April einen Antrag auf Tempo 30 auf der Friedrichsberger Straße in Barmbek-Süd, an der eine Schule und eine Kita liegen, abgelehnt. Jetzt reicht es den Menschen: Sie  gehen auf die Straße und demonstrieren für sichere Wege und mehr Verkehrssicherheit durch Tempo 30. Start der Demo ist um 15 Uhr am Standort der Adolph-Schönfelder-Schule in der Brucknerstraße 1.

Zur Demo ruft ein breites Bündnis auf, darunter der Elternrat der Adolph-Schönfelder-Schule, die Bezirksverbände der SPD, Grünen und Linken, der Stadtteilrat Barmbek-Süd und der ADFC Hamburg.

Der zuständige Regionalausschuss der Bezirksversammlung Hamburg-Nord befasst sich seit vielen Jahren immer wieder mit dem Thema der Verkehrsberuhigung rund um die Adolph-Schönfelder-Schule an deren zweitem Standort in der Friedrichsberger Straße. »Die  Friedrichsberger Straße ist nicht nur eine Wohnstraße, hier gibt es neben der Schule auch weitere soziale Einrichtungen«, sagt Andrea Kupke vom Fahrradclub. Hamburgs Innenbehörde aber weigere sich, Tempo 30 vor sozialen Einrichtungen wie Schulen, Kitas, Krankenhäusern oder Senioreneinrichtungen als Regel anzuordnen, wie es die Straßenverkehrsordnung seit 2017 vorschreibe. 

Um für Radfahrende und Zu-Fuß-Gehende, Kinder wie Erwachsene, die Wege sicherer zu machen, gab es bereits drei Anträge für Tempo 30 in der Friedrichsberger Straße. Kupke: »Der Wunsch der Menschen nach mehr Verkehrssicherheit durch die niedrigere Geschwindigkeit  wurde aber erneut von der Stadt abgelehnt«.

Die Friedrichsberger Straße sei eine leistungsfähige Sammelstraße, heißt es von Seiten der Behörde, die auch für Einsatzfahrzeuge gebraucht werde, die Durchschnittsgeschwindigkeit läge bei etwa Tempo 50, die Unfalllage sei unauffällig. »Die Stadt bewertet Kriterien wie den Kfz-Verkehrsfluss höher als die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer*innen«, kritisiert Kupke.

Auch das Argument der Stadt, die Buslinie 213, die dort weitgehend im 10-Minuten-Takt fährt, hätte mit Tempo 30 verlängerte Fahrzeiten und könne so die Anschlüsse nicht mehr erreichen, lässt Kupke nicht gelten. »Die U3 fährt in Barmbek häufig schon im 3-Minuten-Takt, daher können Anschlüsse gerade durch Busse kaum auf eine bestimmte Abfahrtszeit eingehalten werden.« Die Behörde suche geradezu nach Ausreden, um Tempo 30 zu verhindern. »Jedes ausparkende Auto oder selbst nach Kleingeld suchende Fahrgäste verursachen aber vermutlich eine größere Verzögerung als ein paar Hundert Meter Tempo 30«, sagt Kupke.

Start der Demo: 23. Mai, 15 Uhr,
an der Adolph-Schönfelder-Schule, Brucknerstraße 1

Weitere Infos beim Stadtteilrat Barmbek-Süd:
www.barmbek-sued.de/demo-23-mai-um-15-uhr-sichere-schulwege-vorfahrt-fuer-kinder/342/

Antragshistorie und Stellungnahme der Innenbehörde