Verkehr, Termine
02.10.2019

9.10. | Aktion: Keine öffentlichen Mittel für E-Fahrzeuge ohne Warngeräusch

erstellt von Wiebke Hansen
DBSV / Schwering

Radfahrende nehmen rückwärtige Kfz zuerst mit dem Gehör wahr

Am 9.10.19 um 10 Uhr auf dem Rathausmarkt fordert der ADFC als ein Partner des Blindenverbands alle öffentlichen Stellen auf, Hybrid- und Elektrofahrzeuge nur dann anzuschaffen, wenn sie mit einem Warngeräusch ausgestattet sind.

Keine öffentlichen Mittel für E-Fahrzeuge ohne Warngeräusch! – Protestaktion auch in Hamburg am 9.10.19 um 10 Uhr auf dem Rathausmarkt.

Mit einer Protestaktion fordert der ADFC als einer der Partner des Blinden- Sehbehindertenvereins Hamburg e.V. alle öffentlichen Stellen auf, Hybrid- und Elektrofahrzeuge nur dann anzuschaffen, wenn sie mit einem Warngeräusch ausgestattet sind. Auch der Fahrzeugbestand muss entsprechend nachgerüstet werden. Gemeint sind Verwaltungen, Betriebe und Dienststellen der Stadt Hamburg. Die „Großbeschaffer“ sollen so ihrer Verantwortung für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden gerecht werden. Die Aktion ist Teil der bundesweiten "Woche des Sehens".

Lautlose Elektrofahrzeuge stellen für alle, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind, eine Unfallgefahr dar, die größer ist als bei herkömmlichen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Laut Gesetz müssen deshalb alle neu zugelassenen Hybrid- und Elektrofahrzeuge ab Juli 2021 ein Acoustic Vehicle Alerting System (AVAS) haben. Jedes Fahrzeug, das bis dahin ohne AVAS auf die Straßen kommt oder bereits dort unterwegs ist, wird jedoch dauerhaft lautlos fahren und so zu einem gefährlichen Mischverkehr aus hörbaren und lautlosen Autos beitragen. Es geht um Warngeräusche bei Geschwindigkeiten bis zu 20 km/h bis das Rollgeräusch der Reifen deutlich hörbar wird.

Im Interesse der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer fordern deshalb BSVH, ADFC, FUSS e.V., der Landesseniorenbeirat, die Lebenshilfe sowie die Sozialverbände SoVD und VdK von öffentlichen Stellen in Hamburg:

  • Alle Elektrofahrzeuge, wie Busse des ÖPNV oder Dienstfahrzeuge etc., müssen mit einem AVAS ausgestattet werden.
  • Die bereits angeschafften Fahrzeuge müssen mit einem AVAS nachgerüstet werden.
  • Ein AVAS muss zwingendes Zuschlagskriterium bei der Vergabe von Aufträgen sein, zum Beispiel beim Abschluss von Leasingverträgen.

Wir würden uns sehr freuen, Pressevertreter*innen und auch einige ADFC-Aktive begrüßen zu dürfen!

Weitere Informationen, u. a. Beispiele von Warngeräuschen, auf der Seite des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenvereins (DBSV)