Kinder, Jugend, ADFC, Verkehr
16.08.2018

ADFC fordert sichere Radwege für Schüler durch Tempo 30

erstellt von Johanna Drescher
obs/TÜV Rheinland AG

Das neue Schuljahr beginnt und die „Elterntaxis“ werden sich wieder vor Hamburgs Schultoren stauen. Grund ist oft weniger die Entfernung zur Schule, sondern die Sorge vieler Eltern um die Sicherheit ihrer Kinder auf dem Schulweg.

Jens Deye vom ADFC Hamburg: „Radfahren ist für Kinder eigentlich etwas Selbstverständliches, die meisten können es zum Schulstart schon – und fahren in der Freizeit gern und viel Rad.« Zur Schule würden Kinder aber immer noch oft im Auto chauffiert. Die Folge: Immer mehr werden unsicher auf dem Rad, haben Probleme mit der Koordination, viele werden übergewichtig.

Die Elterntaxis sorgten zudem für zusätzlichen Autoverkehr und damit auch zu verstärkten Belastungen und Gefährdungen insbesondere in Wohngebieten, wo Schulen häufig liegen. Der ADFC empfiehlt daher Eltern, das Auto stehen zu lassen und stattdessen gemeinsam mit ihren Kindern zur Schule zu radeln. „Kinder müssen lernen, sich auf dem Rad im Verkehr zu bewegen“, so Deye. „Gerade der Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule bietet sich für den Umstieg an.“ Außerdem sei Radfahren ein wichtiger Schritt in der kindlichen Entwicklung zur
Selbständigkeit. Positiver Nebeneffekt: Radfahren macht Spaß, fördert die Koordination und ist gesund.

Der ADFC appelliert an den Hamburger Senat, das Thema „Schülerradverkehr“ verstärkt aufzugreifen. Des Weiteren fordert der Fahrradclub eine Verpflichtung der Stadt und Schulen, Radschulwegpläne zu erstellen. „Es liegt in der Verantwortung der Stadt, für fahrradfreundliche Verhältnisse zu sorgen, damit auch Schulanfänger sicher unterwegs sein können“, betont Deye.

Seit dem Jahr 2016 sollte zudem Tempo 30 vor sozialen Einrichtungen und Schulen der Regelfall sein. »Diese Regelung wird in Hamburg aber nicht zügig umgesetzt«, kritisiert Deye. Die Innenbehörde habe außerdem eine fragwürdige Bewertung der Kriterien, wo Tempo 30 angeordnet werden soll. »Wir fordern eine sofortige Umsetzung der Gesetzeslage: Regelfall heißt, dass in der Regel eben Tempo 30 anzuordnen ist und nur im Einzelfall geprüft werden kann, ob man von der Regel abweicht.«

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