Pressemitteilung, Verkehr
21.08.2017

ADFC fordert Tempo 30 vor sozialen Einrichtungen!

erstellt von ADFC Hamburg
Christoph Reiffert/Grüne Fraktion HH-Nord

Laut StVO soll Tempo 30 als Regelfall vor allen sozialen Einrichtungen gelten.

In der vergangenen Woche sorgten zwei schwere Verkehrsunfälle in der Vogt-Wells-Straße/ Julius-Vosseler-Straße in Hamburg-Lokstedt für traurige Schlagzeilen: Eine Fußgängerin und ein Radfahrer – beide über 70 – sind dabei tödlich verunglückt. Entlang der Straße befinden sich mehrere Einrichtungen für ältere Menschen. Der ADFC fordert die die Stadt Hamburg auf, die Straßenverkehrsordnung umzusetzen und Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit vor sozialen Einrichtungen anzuordnen, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen und die dort lebenden Menschen zu schützen.

 

 

„Zu hohe Geschwindigkeiten sind die Hauptursache für Unfälle mit Personenschäden“ so Stefanie Miczka, Referentin für Verkehr des ADFC Hamburg. „Untersuchungen zeigen, dass in Tempo-30-Zonen fast 40 Prozent weniger Unfälle passieren als auf Straßen mit Tempo 50«. Dazu kommt: »Unfälle bei Tempo 30 haben durch die Verringerung der Aufprallwucht weniger schwere Folgen.“ Nicht nur die Reaktionszeit und Bremswege seien kürzer, es sei bei reduzierten Geschwindigkeiten auch eine bessere Kommunikation zwischen den Verkehrsteilnehmern möglich. Gerade Kinder und ältere Menschen könnten mit langsameren Fahrzeugen besser umgehen und werden im Gegenzug besser wahrgenommen.

„Damit Fußgänger, Radfahrer, ältere Menschen, Behinderte und insbesondere Kinder besser geschützt sind, fordern wir die Anordnung von Tempo 30 nicht nur vor einigen wenigen Schulen wie es bisher in Hamburg der Fall ist, sondern vor allen sozialen Einrichtungen“, so Miczka. Dies werde seit 2016 auch in der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) als Regelfall gefordert (§45 Abs. 9 Nr. 6).

Rechtlich steht einer flächendeckenden Einführung von Tempo 30 im Bereich von Straßen mit Wohnbebauung überhaupt nichts im Wege, denn neben dem Schutz vor Unfallgefahren könne Tempo 30 laut StVO auch zur Reduzierung von Lärm- und Luftbelastung angeordnet werden. Miczka: "Es fehlt bislang einzig und allein der politische Wille des rotgrünen Senats, die Gesundheit der Bevölkerung und die Verkehrssicherheit höher zu bewerten als Tempo 50 auf Hamburgs Straßen."

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Credit: Christoph Reiffert/ Grüne Fraktion HH-Nord

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