Verkehr
06.11.2020

ADFC kritisiert Pläne zum Neubau der Sternbrücke

erstellt von Dirk Lau

Gespräche zwischen Gegnern der "Monsterbrücke" und Verkehrsbehörde über Entwurf des ADFC zur Verkehrsführung unter der Sternbrücke geplant

Am Mittwoch gaben Verkehrssenator Anjes Tjarks und eine Vertreterin der Deutschen Bahn bekannt, dass die Sternbrücke abgerissen und bis 2027 durch die umstrittene »Vorzugsvariante« der Bahn ersetzt werden soll. Es soll eine neue, wesentlich größere Brücke ohne Stützpfeiler gebaut werden, für die allerdings Häuser abgerissen und Bäume gefällt werden sollen.

In seiner Begründung bezeichnete Tjarks die aktuelle Sternbrücke als einen "Hemmschuh für die Mobilitätswende in Hamburg«. Nur durch einen Neubau gemäß den Plänen der Deutschen Bahn könne "Platz für sichere Fuß- und Radwege, Platz für Busse und ihre Haltestellen« geschaffen werden. Der Autoverkehr solle dabei laut Behörde für Verkehr und Mobilitätswende auf "mindestens einen durchgehenden Fahrstreifen je Richtung« geführt werden, hinzu komme ein Busfahrstreifen je Richtung. 

Cajus Pruin vom Vorstand des Fahrradclubs: „Die Stadt Hamburg sollte die Sternbrücke als Chance begreifen, um nachhaltige, visionäre und verantwortungsvolle Stadt- und Verkehrsplanung im Dialog mit allen Beteiligten zu entwickeln". Ein Vorschlag des ADFC visualisiert, wie sich grundsätzlich auch bei einem Erhalt und einer Sanierung der Sternbrücke mehr Platz und Sicherheit für den Umweltverbund schaffen ließen, indem der Autoverkehr auf eine Spur je Richtung beschränkt und der so gewonnene Raum dem klimafreundlichen Bus-, Rad- und Fußverkehr zugeschlagen wird. Die erste visuelle Projektskizze, wie das an der Sternbrücke und auf der Stresemannstraße gelingen kann, hatte der Fahrradclub im Sommer präsentiert. Nun hat Senator Anjes Tjarks die Sternbrücken-Ini, den Denkmalschutzverein und den ADFC zu Gesprächen über den Entwurf eingeladen.


Die Initiative Sternbrücke hat eine Petition für den Erhalt der denkmalgeschützten Sternbrücke gestartet, die von vielen Verbänden und prominenten Hamburger*innen unterstützt wird.