Rund ums Rad, Jugend, Kinder
17.01.2019

Brainstorming in Wilhelmsburg: geförderte Ausbildung und Schüler aufs Fahrrad

erstellt von Sabine Michaelis
adfc hh/Sabine Michaelis

Angeregter Austausch: Tim Fandré vom Fahrradladen »Velo 54« und Claudia Sommer vom Ausbildungsträger »ausblick«

adfc hh/Sabine Michaelis

Suchen Projekte für Wilhelmsburg: Susanne Feess (Bereichsleitung »ausblick«), Manfred Seidel (Fahrradlehrer) und Gottfried Eich (Projektkoordinator Stadtteilschule Wilhelmsburg)

Vertreter*innen von Institutionen und Projekten diskutierten.

Vielleicht kam die »Fahrradstadt Wilhelmsburg« zehn Jahre zu früh? Das Projekt besteht zurzeit nicht mehr, könnte aber wiederbelebt werden, wie man bei der angeregten Ideensammlung feststellte. Beim Austausch, wie es gelingen könnte, Menschen mit Behinderung und sozialer Benachteiligung in Ausbildungsberufe rund ums Fahrrad zu bekommen und gleichzeitig im Raum Wilhelmsburg das Thema Fahrrad wieder voranzutreiben, waren dabei: Marco Loredo (»Hirn und Wanst«), Claudia Sommer, Susanne Feess und Susanne Wilke (alle »ausblick«), Michael Kellenbenz (Fahrradgarderobe, ADFC), Manfred Seidel (Fahrradlehrer, »Fahrradstadt Wilhelmsburg«), Gottfried Eich (ehem. Projektkoordinator IBA, Projektkoordinator Stadtteilschule Wilhelmsburg), Tim Fandré (»Velo 54«) und Sabine Michaelis (Vorstand ADFC).

Die engagierte und fachkundige Runde stellte bald fest: Ideen und Bedarfe rund ums Thema Fahrrad gibt es viele. Die Vertreter*innen des städtischen Trägers »ausblick«, der vor allem Menschen mit Benachteiligung in Ausbildung bringen will, hatten bereits die Erfahrung gemacht, dass es für ihre Klientel zurzeit keine Möglichkeit der überbetrieblichen geförderten Ausbildung gibt. Tim Fandré vom Fahrradladen »Velo 54« konnte bestätigen, dass Fahrradmonteure ein großes technisches Wissen brauchen, da sie mit Rädern der letzten 30 Jahre Fahrradkultur konfrontiert werden. Da könne man bei der Ausbildung keine Abstriche machen. Oft machen diesen nicht sehr gut bezahlten Job fahrradbegeisterte Idealisten. Und davon gibt es viel zu wenige – europaweit. Vielleicht wäre ein einfacher niedrigschwelligerer Service eine Tätigkeit, die leichter umzusetzen wäre.

Wer aber die Wilhelmsburger Schüler*innen aufs Fahrrad bringen will – das zweite Thema in dieser Runde –, muss ein Jahr Vorlauf einrechnen, so Gottfried Eich, der auf dem Gebiet und im Viertel mannigfache Erfahrung hat. Mögliche Angebote wären Fahrrad-Projektwochen an Schulen oder das Fahrrad als Schwerpunkt in den Profilklassen 8–10 an den Stadtteilschulen.

Wilhelmsburg wächst und wächst, der Fahrradverkehr wächst und wächst – es war bestimmt nicht das letzte Mal, dass wir zusammengesessen haben.