Verkehr, Pressemitteilung
20.01.2020

Fahrradclub lehnt Elbchaussee-Pläne ab

erstellt von Dirk Lau
Autos verkehren auf der Elbchausse auf Höhe der Nienstedtener Kirche adfc hh/ Hans-Jörg Rüstemeier

„Sichere Infrastruktur statt gefährlichem Murks!” Fahrradclub lehnt Pläne zum Umbau der Elbchaussee ab.

Heute stellt die Stadt ihre Umbaupläne für den westlichen 4,3 Kilometer langen Teil der Elbchaussee im Verkehrsausschuss der Bezirksversammlung Altona vor. „Das Ganze ist ein wirrer Mix aus unterschiedlichsten Maßnahmen, mal gibt es Tempo 50 , mal Tempo 30 mit Mischverkehr, dann wieder Streckenabschnitte mit Überholverbot, teilweise auch Radfahrstreifen oder Schutzstreifen”, kritisiert Sabine Hartmann vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). „Wir lehnen die Pläne ab, denn sie entsprechen in keinster Weise den rechtlichen Vorgaben für moderne, sichere Infrastruktur.” Ziel müssten vielmehr Wege sein, auf denen alle Radfahrende von 8 bis 88 sicher und komfortabel unterwegs sind.

Die auf der Elbchaussee geplanten Schutzstreifen seien bei dem derzeitigen ungebremsten Kfz-Verkehrsaufkommen rechtlich nicht zulässig. Hartmann: „Den zukünftig in der Straßenverkehrsordnung gesetzlich verankerten Mindest-Überholabstand von 1,5 Metern zu Radfahrer*innen werden Autofahrer*innen so nicht zuverlässig einhalten”.

„Für eine sichere und attraktive Lösung für Radfahrende und Fußgänger*innen, die Grundstücksankäufe, Baumfällungen sowie Eingriffe in das Naturdenkmal Jenischpark vermeidet, braucht es eine Kfz-Verkehrsmengenbeschränkung und die durchgängige Anordnung von Tempo 30 auf der Elbchaussee”, fordert Hartmann. Radfahrende könnten bei angepassten Geschwindigkeiten und mit deutlich weniger Autos entspannt auf der Elbchaussee fahren. Aber auch Anwohner*innen und Besucher*innen profitierten: „‚Hamburgs schönste Straße’ würde wieder Boulevardcharakter erhalten – statt wie heute eine laute und dreckige Kfz-Durchgangsstraße zu sein.”

Hartmann: „Laut Klimaplan will der Senat den Anteil des Radverkehrs auf bis zu 30 Prozent bis 2030 steigern. Die vorliegende Planung für die Elbchaussee wird aber keinen Menschen vom Auto aufs Rad locken.”

Die Pläne sind hier einsehbar:
https://sitzungsdienst-altona.hamburg.de/bi/to010.asp?SILFDNR=1002211
https://lsbg.hamburg.de/aktuelle-planungen/

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Pressefoto: Elbchaussee bei der Nienstedtener Kirche
Copyright: adfc hh/ Hans-Jörg Rüstemeier

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