ADFC, Rund ums Rad, Termine, Verkehr
14.05.2019

Fahrradclub ruft zum Ride of Silence am 15. Mai um 19 Uhr auf

erstellt von Dirk Lau
adfc hh/Johanna Drescher

Keine weiteren Toten und Verletzte mehr auf Hamburgs Straßen!


Am 15. Mai setzen Radfahrende in Hamburg und in mehr als 300 Städten weltweit ein Zeichen für mehr Verkehrssicherheit: Sie fahren schweigend durch die Stadt und erinnern damit an Radfahrer*innen, die im Straßenverkehr verletzt oder getötet wurden. Auch in Hamburg ruft der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) zum »Ride of Silence« auf. Start ist um 19 Uhr am U-Bahnhof Sternschanze (Ausgang Schanzenpark).

Im vergangenen Jahr hat es in Hamburg 3393 Unfälle mit Beteiligung von Radfahrern gegeben. Im Vergleich zu 2017 ist dies eine Zunahme um acht Prozent. Dabei kamen drei Menschen ums Leben. Die Anzahl der verletzten Radfahrer*innen stieg gegenüber 2017 um knapp neun Prozent.

Erschreckend ist auch die hohe Zahl der schwerverletzten oder getöteten Fußgänger*innen. Allein in den ersten Monaten 2019 wurden bereits sechs Fußgänger*innen im Straßenverkehr getötet. Der Fahrradclub wird beim Ride of Silence auch ihnen gedenken.

Hauptverursacher der tödlichen Unfälle mit Beteiligung von Radfahrer*innen sind LKW-Fahrer*innen, die beim Abbiegen deren Vorfahrt missachteten. Bundesweit steigt die Zahl der von LKW-Fahrer*innen getöteten Radfahrer*innen seit Jahren.

Erst am 19. März 2019 kam ein 48-jähriger Radfahrer an der Kreuzung Große Bahnstraße/Holstenkamp in Hamburg-Stellingen ums Leben: Auch er wurde durch einen rechts abbiegenden LKW-Fahrer überfahren.  Nur zwei Wochen später passierte an derselben Stelle erneut ein Unfall, der Radfahrer überlebte nur mit viel Glück.

„An dieser Kreuzung kommt es seit Jahren immer wieder zu Unfällen“, sagt Samina Mir vom ADFC. „Doch die Stadt unternimmt viel zu wenig, um die Sicherheit und das Leben der Verkehrsteilnehmer*innen zu garantieren.“ Immer noch habe die »Leistungsfähigkeit des Kfz-Verkehrs« bei Straßenplanungen Vorrang vor der Sicherheit der Verkehrsteilnehmer*innen. Mir: „Mobilität darf aber nicht auf Kosten von Menschenleben gehen“. Der ADFC fordert vom Hamburger Senat, den Leitgedanken der „VisonZero“, also null Tote und Verletzte im Straßenverkehr, endlich auch in der Verkehrsplanung zu berücksichtigen.

Der Ride of Silence findet seit 16 Jahren jeweils am dritten Mittwoch im Mai statt. Informationen zum Ursprung der Bewegung finden sich unter: http://rideofsilence.org. In Deutschland wird außer in Hamburg auch in zahlreichen anderen Städten ein Ride of Silence stattfinden. Die Teilnehmenden fahren üblicherweise schweigend. Die Route verläuft entlang von Unfallorten, an denen auch weiße „Ghost-Bikes“ an tödlich verunglückte Radfahrende erinnern.

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ADFC-Video: Interview mit Eline K., 35 Jahre, Radfahrerin aus Hamburg. Sie wurde 2013 an der Kreuzung Holstenkamp/Große Bahnstraße von einem Autofahrer angefahren.
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Pressefoto (jpg, 3,25 MB): Stilles Gedenken an verunglückte Radfahrer*innen beim Ride of Silence in Hamburg.

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