Verkehr
09.10.2019

Fotoaktion: Keine öffentlichen Mittel für E-Fahrzeuge ohne Warngeräusch

adfc HH/ Julian Lindner

adfc HH/ Julian Lindner

adfc HH/Julian Lindner

Eine Frage der Sicherheit. Der ADFC fordert die Stadt zusammen mit einem breiten Bündnis auf, nur E-Fahrzeuge mit Warngeräusch einzusetzen beziehungsweise nachzurüsten.

Am 9.10.19 forderte der ADFC als einer der Partner des Blinden- Sehbehindertenvereins Hamburg e.V. mit einer Protestaktion auf dem Rathausmarkt alle öffentlichen Stellen auf, Hybrid- und Elektrofahrzeuge nur dann anzuschaffen, wenn sie mit einem Warngeräusch ausgestattet sind. Auch der Fahrzeugbestand muss entsprechend nachgerüstet werden. Gemeint sind Verwaltungen, Betriebe und Dienststellen der Stadt Hamburg sowie Ausschreibungen für Aufträge. Die „Großbeschaffer“ sollen so ihrer Verantwortung für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden gerecht werden. Die Aktion ist Teil der bundesweiten "Woche des Sehens".

Lautlose Elektrofahrzeuge stellen für alle, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind, eine Unfallgefahr dar, die größer ist als bei herkömmlichen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Laut Gesetz müssen deshalb alle neu zugelassenen Hybrid- und Elektrofahrzeuge ab Juli 2021 ein Acoustic Vehicle Alerting System (AVAS) haben. Jedes Fahrzeug, das bis dahin ohne AVAS auf die Straßen kommt oder bereits dort unterwegs ist, wird jedoch dauerhaft lautlos fahren und so zu einem gefährlichen Mischverkehr aus hörbaren und lautlosen Autos beitragen. Es geht um Warngeräusche, die den bekannten Fahrgeräuschen ähneln, bei Geschwindigkeiten bis zu 20 km/h bis das Rollgeräusch der Reifen deutlich hörbar wird.

Im Interesse der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer fordern deshalb BSVH, ADFC, FUSS e.V., der Landesseniorenbeirat, die Lebenshilfe sowie die Sozialverbände SoVD und VdK von öffentlichen Stellen in Hamburg:

  • Alle Elektrofahrzeuge, wie Busse des ÖPNV oder Dienstfahrzeuge etc., müssen mit einem AVAS ausgestattet werden.
  • Die bereits angeschafften Fahrzeuge müssen mit einem AVAS nachgerüstet werden.
  • Ein AVAS muss zwingendes Zuschlagskriterium bei der Vergabe von Aufträgen sein, zum Beispiel beim Abschluss von Leasingverträgen.

Dazu Burkhard Stork, Bundesgeschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs e. V. (ADFC):
„Auch Menschen, die mit dem Fahrrad unterwegs sind, werden durch ein künstliches Motorengeräusch an Sicherheit gewinnen. Beim Radfahren spielt der Sehsinn die wichtigste Rolle, doch er richtet sich vor allem nach vorn. Wenn Elektrofahrzeuge außerhalb des Blickfelds akustisch wahrnehmbar sind, können Rad fahrende früher auf sie aufmerksam werden und reagieren.“

Weitere Informationen, u. a. Beispiele von Warngeräuschen, auf der Seite des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenvereins (DBSV)