Pressemitteilung, Verkehr
03.11.2017

Osterstraße nach Umbau: Viel besser als vorher, aber nach wie vor nicht konfliktfrei

erstellt von ADFC Hamburg
Radfahrer auf Schutzstreifen in der Osterstraße. Im Hintergrund nähert sich ein HVV-Bus adfc hh/Johannes Bouchain

Die Osterstrasse nach dem Umbau.

Anlässlich der Einweihung der umgebauten Osterstraße in Eimsbüttel am kommenden Sonntag lobt der ADFC Hamburg die Vorteile für Radfahrer und Fußgänger. »Ich nutze die Osterstraße als Radfahrer seit dem Umbau deutlich lieber«, sagt Johannes Bouchain von der ADFC-Bezirksgruppe Eimsbüttel. Radfahren auf der Fahrbahn sei in der Osterstraße ja schon vorher erlaubt gewesen, aber nun werde auch für Autofahrer deutlich, dass der Radverkehr auf die Fahrbahn gehört. »Was aber selbst mir als geübtem Radfahrer stark unangenehm auffällt, ist das nach wie vor äußerst knappe Überholen vieler Autofahrer«, so Bouchain.

Der Umbau zeigt, wie es mit mutigen Planungsansätzen gelingen kann, Straßenräume in Hamburg deutlich aufzuwerten und »Boulevardatmosphäre« zu schaffen: durch den Abbau von Auto-Parkplätzen zugunsten von mehr Platz für Fußgänger, ansprechende Sitzbänke, großzügige Baum- und Blumeninseln, zahlreiche Fahrradbügel, teils sehr lange Mittelinseln, die es Fußgängern erleichtern, die Straßenseite zu wechseln und die den Autoverkehr entschleunigen.

Der Mut von Politik und Verwaltung, mit dem Umbau der Osterstraße ein wirklich konsequentes Zeichen in Richtung Verkehrswende zu setzen, hat aber laut Bouchain auch klare Grenzen: »Unserer Forderung nach einem Tempolimit von 30 km/h in der gesamten Osterstraße kam die Stadt nicht nach«. Auch die vom ADFC eingebrachte Idee einer Diagonalsperre an der Kreuzung Schwenckestraße sei nicht umgesetzt worden. »Damit wurde leider die Chance vertan, den Kfz-Durchgangsverkehr in diesem Bereich deutlich zu reduzieren und somit eine wirklich beispielhafte Planung für Einkaufsstraßen in Stadtteilzentren zu realisieren.« Weil die vielen, durch die Mittelinseln bedingten Fahrbahnverschwenkungen faktisch jedoch bereits jetzt für eine deutliche Temporeduzierung des Autoverkehrs sorgen, sei es nur konsequent, als nächsten Schritt Tempo 30 anzuordnen.

So positiv der Umbau auch zu bewerten ist, gibt es doch weiterhin Konflikte in der Osterstraße. Ein Großteil der Autofahrer hält sich nicht an den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabstand von 1,5 m beim Überholen von Radfahrern. Bouchain: »Viele Autofahrer ignorieren das Überholverbot, das faktisch besteht, weil die Mittelinseln an vielen Stellen das Überholen mit einem ausreichenden Abstand zu Radfahrern unmöglich machen«. Die Folge: Viele Radfahrer fühlen sich unsicher und bedrängt, zumal selbst Busfahrer oftmals sehr knapp überholen. Das extrem hohe Aufkommen an Falschparkern stellt ebenfalls noch ein großes Problem dar, bis hin zur äußerst dreisten Nutzung der Querungsinseln als Parkplatz. Einige Radfahrer weichen daher vom Schutzstreifen auf die Gehwege aus – zum Leidwesen der Fußgänger. »Hier muss dringend nachgebessert werden«, fordert Bouchain. »Das rücksichtslose Verhalten der Autofahrer konterkariert die Vorteile des Umbaus für Fußgänger und Radfahrer«.

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