Verkehr
14.11.2017

Polizei sieht die Gefahr, Fußgänger zu bevorteilen

erstellt von Online-Redaktion (ud)
Auto steht bis in den Gehweg, es bleiben ca. 50 cm Gehwegbreite adfc hh/Ulf Dietze

Polizei meint: Mehr Platz zum Gehen würde Fußgänger über Gebühr bevorteilen

links parken Autos bis auf den Gehweg, rechts Hecken, Mülltonnen; verbleibende Gehwegbreite ca. 1 m adfc hh/Ulf Dietze

Mit Kind an der Hand, bei Begegnungen mit anderen FußgängerInnen, als Kind auf dem Fahrrad ... bessere Wege sind vorstellbar

Ein Bürger wünscht sich besser nutzbare Gehwege in einigen Straßen in Dulsberg. Die Antwort der Polizei ist skurril ...

Das Kommissariat 37 nimmt zur Eingabe Stellung. Obwohl der Gehweg baulich nur 1,5 m breit ist und direkt daneben Autos geparkt werden und diese auch natürlich immer auf dem Gehweg stehen, könne man dagegen nichts tun. Denn das hätte zur Folge »Fußgänger gegenüber Fahrzeugführern zu bevorteilen«.

Man kennt das: Überall in Hamburg machen sich FußgängerInnen unglaublich breit. Mit dem Auto muss man sich ständig schlank machen und weiß kaum, wo man fahren soll vor lauter abgestellten Fußgängern. Es ist wichtig, dass wenigstens eine Institution sich dem entgegenstellt: Unsere Polizei!

Deren Einlassung zur Pillauer Straße im Wortlaut:

»Zwischen Stephanstraße und Lesserstraße ist Gehwegparken (Vz. 315 – vollflächige Aufstellung parallel zur Fahrbahn) auf dem dortigen Seitenstreifen angeordnet. Es gilt eine Einbahnstraßenregelung in Richtung Lesserstraße, die auch durch eine Buslinie (Nr. 118) genutzt wird. Die Fahrbahnbreite beträgt 4,9 m, die Gehwegbreite wiederum 1,5 m.

Insbesondere bezüglich der Gehwegbreiten ist zu konstatieren, dass diese regelmäßig keine begehbare Breite von 1,5 m haben. Die Breite wird vielmehr eingeschränkt durch parkende Fahrzeuge, die unter Beachtung der linksseitigen Parkstreifenbegrenzung (Markierung/ Bordstein) wegen der bei moderneren Fahrzeugen vorzufindenden Fahrzeugbreite grundsätzlich mit der abgewandten Seite über die Begrenzung des Gehwegs hinausragen. Insofern wird die lichte Breite des Gehweges mindestens durch Außenspiegel eingeschränkt und deren Benutzung erschwert. Das PK 37 ist in diesem Fall nur in den Fällen tätig, in denen ein Fahrzeug deutlich in den Gehweg hineinragt. Die Wegordnung des derzeit angeordneten Gehwegparkens ohne Ausweisung anderer Parkfläche ist aus hiesiger Sicht lediglich dazu geeignet, nunmehr Fußgänger gegenüber Fahrzeugführer zu bevorteilen und würde unweigerlich dazu führen, dass Fahrzeuge widerrechtlich abgestellt werden. Insofern wäre dem PK 37 an einer befriedigenden Lösung für alle Verkehrsteilnehmer gelegen.« (Unterstreichungen im Original sind hier aus technischen Gründen nicht enthalten)

Das vollständige Dokument (betrifft weitere Straßenabschnitte der Pillauer Straße und den Eydtkuhnenweg)

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