Pressemitteilung, Verkehr
15.01.2018

»So werden Mitte Altona und Harkortstraße nicht fahrradfreundlich!«

erstellt von Johanna Drescher
ADFC Hamburg/Amrey Depenau

Die Harkortstraße kurz hinter der Holstenbrauerei: Nach den Plänen der Stadt sollen hier Radfahrstreifen gebaut werden und Autos weiterhin mit Tempo 50 fahren dürfen.

Ohne auf die Wünsche vieler Anwohner*innen oder die Vorschläge des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) vom Juli 2017 reagiert zu haben, plant der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) nun den nächsten Schritt zum Umbau der Harkortstraße, der zentralen Erschließungsstraße des neuen Wohnviertels Mitte Altona. Die Pläne werden am Dienstag, 16. Januar, 19 Uhr, in der Theodor-Haubach-Schule vorgestellt.

»Statt aber wie von uns gefordert durchgehend Tempo 30 anzuordnen, soll dies nur im unmittelbaren Bereich der Theodor-Haubach-Schule geschehen, obwohl die gesamte Harkortstraße bereits jetzt Teil eines stark frequentierten Schulwegs ist – mit steigender Tendenz«, kritisiert Sabine Hartmann, Sprecherin der ADFC-Bezirksgruppe Altona. Im nördlichen Abschnitt seien Radfahrstreifen geplant, während ansonsten sogenannter Mischverkehr mit Tempo 50 vorgesehen sei. »Sicher ist Tempo 50 nicht – gerade für jüngere und ungeübte Radfahrer*innen nicht«.

Hartmann: »Die Geschwindigkeit hat eben erheblichen Einfluss auf Lärm, Gesundheit und Sicherheit.« Ein Kind, das 15 Meter vor einem fahrenden Kraftfahrzeug auf die Fahrbahn trete, werde bei 30 km/h wahrscheinlich unverletzt bleiben, bei 50 km/h hingegen aufgrund des Reaktionswegs nahezu mit voller Geschwindigkeit erfasst, schwer verletzt oder getötet. Zudem halbiere sich der wahrgenommene Lärm bei 30 km/h statt 50 km/h. »Und Menschen nehmen das Radfahren bei angepassten Geschwindigkeiten von 20 bis 30 km/h als deutlich sicherer wahr«. Mit Tempo 30 steige zudem die Zahl derer, die das in der Stadt im Durchschnitt ohnehin nicht schnellere Auto öfters mal stehen ließen und aufs Rad umstiegen.

Schon jetzt erreichten den ADFC zahlreiche Anrufe von Anwohner*innen und Verkehrsteilnehmer*innen wie Schüler*innen, die wünschten, dass die Harkortstraße vor Bezug der Wohnviertel Mitte Altona und Holstenquartier menschenfreundlich umgebaut werde. »Zu Recht«, findet Hartmann. »Nicht umsonst nennt sich ein derzeit in Altona laufendes EU-Projekt ›Cities-4-People‹ – und nicht ›Cities-4-Cars‹«. Auch die Stadt preist die Mitte Altona als »Modellquartier für auto- und verkehrsreduziertes Wohnen« an, in dem die zukünftigen Bewohner*innen auf das eigene Auto verzichten sollten (http://quartier-mittealtona.de/mobilitaet/). »Die bisher vorliegenden Pläne für die Harkortstraße deuten aber darauf hin, dass die Stadt dort den größten Teil des Verkehrsaufkommens mit dem Auto abwickeln und insbesondere auch den Kfz-Durchgangsverkehr erhöhen will.«

Weitere Informationen zur ADFC-Kampagne "Läuft!" für mehr Tempo30 in Hamburg: www.hamburg.adfc.de/laeuft

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