Verkehr, ADFC
09.05.2018

Unfall in der Osterstraße erschüttert Hamburg

erstellt von Dirk Lau, Johanna Drescher
adfc hh/Samina Mir

Osterstraße Ecke Eppendorfer Weg: Ein weißes Ghostbike und Blumen erinnern an die Getötete.

Auch zwei Tage nach dem schrecklichen Unfall, bei dem eine 33-jährige Mutter von einem Lkw-Fahrer beim Abbiegen getötet wurde, sind wir zutiefst geschockt. Viele Hamburger*innen fragen sich, warum schon wieder eine Radfahrerin ums Leben kommen musste.

Die große Anteilnahme zeigte sich bereits am Dienstagabend, als 200 Radfahrer*innen am Unfallort in der Osterstraße ein Ghostbike aufstellten, Blumen ablegten und sich samt ihrer Räder auf die Fahrbahn an der Unfallkreuzung legten.

 

Jeder im Straßenverkehr getötete Mensch ist einer zu viel. Daher begrüßt der ADFC Hamburg das Engagement der Stadt Hamburg für die rasche und verpflichtende Einführung von elektronischen Abbiegeassistenten bei allen Lkw ab 3,5 Tonnen. Diese Systeme könnten bis zu 60 Prozent der Unfälle mit abbiegenden Lkw verhindern. 2017 hatte der Hamburger Senat in dieser Sache Forderungen in die Verkehrsministerkonferenz eingebracht. Auch der aktuelle Antrag mehrerer Bundesländer im Bundesrat »Mehr Sicherheit beim Abbiegevorgang von Nutzfahrzeugen durch Abbiegeassistenzsysteme« wird von Hamburg ausdrücklich begrüßt und unterstützt, allerdings sieht die Stadt hier noch »inhaltlichen Anpassungsbedarf« (weiterführende Informationen).

Der ADFC setzt sich auch auf Bundesebene mit aller Kraft für eine schnelle Einführung der Abbiege-Assistenten ein und forderte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer auf, sofort bei der EU-Kommission für die verpflichtende Einführung von elektronischen LKW-Abbiegeassistenten zu intervenieren – und eine Task Force »Prävention von Radunfällen durch abbiegende LKW« ins Leben zu rufen.

Eine Diskussion über rein technische Hilfen greift jedoch zu kurz. Denn zusätzlich kann Hamburg mit vielen weiteren Maßnahmen die Sicherheit der Radfahrenden und zu Fuß Gehenden im Straßenverkehr erhöhen. Dazu gehören übersichtlich gestaltete Kreuzungen, intelligente Ampelschaltungen, Verkehrsberuhigung und Tempo 30 in belebten Wohn- und Geschäftsstraßen wie dem Eppendorfer Weg, Geschwindigkeitskontrollen, Kontrollen von Lkw-Spiegel und die Führung des Radverkehrs im Sichtbereich des motorisierten Verkehrs.

Weiterführende Informationen auf den Seiten des ADFC Hamburg:

LKW-Unfälle und Toter Winkel
Im Toten Winkel
Vom toten Winkel
Vor der Abfahrt Spiegel checken 

 

Weiterführende Informationen zum Toten Winkel auf hamburg.de