RadCity, Verkehr
01.04.2018

Veloroute 2: Auch hier noch Sch(m)utzstreifen

erstellt von Amrey Depenau
adfc hh/Amrey Depenau

Blick aus Richtung Sternschanze auf die Baustelle in der Weidenallee

adfc hh/Amrey Depenau

Blick in Richtung Kreuzung Schäferkamp, hinter dem Pflastersteinhaufen neue Schrägparkplätze

adfc hh/Amrey Depenau

Große Baustelle – bescheidenes Ergebnis

Grafik der Straßenplanung. Schrägparkplätze mit Rangierzone dahinter und Schutzstreifen auf der Fahrbahn Bezirksamt Eimsbüttel

vereinfachte Darstellung der Pläne (Ausschnitt)

Ich habe mir fest vorgenommen, nicht nur zu meckern. Möchte es mit dem »Better Cycling«-Blog halten, der schon im September 2017 angesichts der Umbaupläne für die Veloroute 2 in der Schanzenstraße und Weidenallee von einer deutlichen Verbesserung gegenüber der bestehenden Situation schrieb.

Allein, mir fehlt der Glaube an eben diese wirkliche Verbesserung. Sowohl der Blog als auch ein Kommentar dort bestätigen mich: Das bisherige Radeln auf der Fahrbahn vom Neuen Pferdemarkt bis zur Fruchtallee war entspannt. Sprich, für die Alltagsradlerin gab es auf diesem Stück keinen Handlungsbedarf – von den nervigen Kreuzungen Bartelsstraße und Lagerstraße einmal abgesehen.

Die Stadt fasst also etwas an, was funktioniert hat. Und bis auf den Mini-Kreisverkehr an der Lagerstraße – den ich hiermit lobend hervorhebe, da er tatsächlich Zeit spart –, bringt der Umbau keine wirklichen Vorteile. Im Gegenteil: Da die Schrägparkplätze in der Weidenallee erhalten bleiben, ist hier nur Platz für Sch(m)utzstreifen. Leider sehen Autofahrer*innen die Dinger als magische Grenze an, an die sie mit dem Außenspiegel direkt heranfahren dürfen. Während also dort bisher mit angemessenem Abstand überholt wurde, werde ich mich zukünftig auf Stress einstellen müssen. Weitere Pro-Argumente wären bessere Führungen über die Kreuzungen Altonaer Str./Kl. Schäferkamp und Fruchtallee. Auch hier konnte man sich allerdings bisher wunderbar auf der Fahrbahn einordnen und die Kreuzungen mit dem Kfz-Verkehr überqueren. Einzig vom Weidenstieg in die Weidenallee war es kompliziert – und bleibt es auch nach dem Umbau. So drängt sich der Verdacht auf, dass hier anhand der kümmerlichen Bordsteinradwege eine unbefriedigende Situation des Radverkehrs künstlich herbeigeredet wurde, um dann möglichst konfliktfrei einen schicken Umbau zu vollziehen, der sich gut vermarkten lässt und scheinbar niemandem wehtut. Ein Rückbau der »roten Handtücher« hätte dabei schlicht ausgereicht. Ach ja – und Tempo 30!

Kolumne von Amrey Depenau in der RadCity 2/2018 (erscheint Mitte April)