Verkehr
02.12.2017

Veloroute 4 und die Querung der Hudtwalckerstraße

erstellt von Andrea Kupke
Fußgänger und Radfahrer kreuz und quer auf der Ampelfurt adfc hh/Ulf Dietze

Schon jetzt überfüllte Furt über die Hudtwalckerstraße an der Einmündung zum Leinpfad (Blick Richtung Leinpfad)

adfc hh/Andrea Kupke

Engstelle und Zweirichtungsweg aus dem Leinpfad zur Ampel über die Hudtwalckerstraße

Planung zum Lückenschluss Veloroute 4 an der Hudtwalckerstraße entspricht nicht den Anforderungen an ein urbanes Veloroutennetz

Nach der Bebelallee wurde auf der Veloroute 4 bereits der Leinpfad fertig gestellt und bietet guten Fahrkomfort für Radfahrende. Die Verbindung zwischen diesen beiden Straßen verläuft über die Hudtwalckerstraße, eine hoch belastete Hauptverkehrsstraße. Pläne für diesen Lückenschluss der Veloroute 4 wurden am 27. November dem Regionalausschuss Eppendorf/Winterhude vorgestellt und überzeugen noch nicht.

Größtes Problem auf diesem Stück ist das Queren der Hudtwalckerstraße am Leinpfad. Dort gibt es zur Zeit eine einzige Anforderungsampel für Fuß- und Radverkehr, die in beiden Richtungen zu nutzen ist. An den Leinpfad ist die Furt durch einen kurzen Zweirichtungsradweg angebunden. Die Furt und dieser Radweg sind schon heute überlastet. Auch in der Sitzung wurde von großen Pulks von Radfahrern berichtet, die im Slalom zwischen Fußgängern und Gegenverkehr über die Furt fahren, weil die Stelle für das Radverkehrsaufkommen unterdimensioniert ist – sogar im November. An dieser Einmündung fehlt die für den Fuß- und Radverkehr dringend benötigte zweite Furt auf der Alsterseite des Leinpfades. Warum? Einzig um den Autoverkehrsfluss auf der B5 zu optimieren.

An dieser Situation wird die vorliegende Planung auch nach dem Umbau nichts ändern: Radverkehr wird im Zweirichtungsverkehr direkt neben Fußgänger*innen durch dieses Nadelöhr geführt, obwohl das nach Straßenverkehrsordnung innerorts nur in begründeten Ausnahmefällen sein darf. Für eine Veloroute gibt es bessere Lösungen, denn dort soll der Radverkehr besonders gebündelt werden. Grün per Knopfdruck anfordern zu müssen, ist bei wenig befahrenen Strecken auf dem Lande vielleicht zu akzeptieren, aber auf einer Veloroute fehl am Platz.

Mutigere Lösung gewünscht

Für die Anbindung des Leinpfades stellt sich der ADFC einen voll signalisierten Knoten vor, der die Nordseite der Hudtwalckerstraße direkt anschließt sowie den Winterhuder Kai, der ebenfalls von vielen Radfahrer*innen genutzt wird. Die geäußerte Sorge, dass dann Autofahrer*innen eine neue Schleichstrecke durch den Leinpfad erschlossen wird, weil es einfacher wird, bei so einer Ampel regelwidrig auch mit dem Auto links abzubiegen, kann kein Hinderungsgrund sein für eine gute Lösung für die Veloroute.

Hin- und Hergeschiebe in den sogenannten Nebenflächen

Vor der Winterhuder Komödie auf der Nordseite wird Radverkehr auch zukünftig über die Nebenfahrbahn verlaufen. Die Idee, mit der Einrichtung einer Fahrradstraße, in der Radfahrer in der Mitte fahren, die störenden Autos am Fahrbahnrand zu umfahren, muss allerdings noch geprüft werden. Ein Teil der Nebenfahrbahn verläuft auf Privatgrund. Auf der Südseite bleibt nach den vorliegenden Plänen ein baulicher Radweg bestehen. Radweg sowie die Kfz-Parkplätze werden zulasten des Gehweges verbreitert. Die Kfz-Fahrspuren werden nicht angetastet. Damit wird eine für den Radverkehr auf einer Veloroute kaum angemessene Lösung geschaffen und für die Fußgänger wird es enger. Dass man dem Kfz-Verkehr hier Raum nehmen könnte, wurde bisher noch nicht mal diskutiert. Ein baulicher Radweg bedeutet in der Konsequenz, dass ein Linksabbiegen im Verlauf der Veloroute aus Hudtwalckerstraße in die Bebelallee im Regelfall indirekt vorgesehen ist. Im ungünstigen Fall sind zwei Ampelstopps dafür nötig, einmal muss man in jedem Fall anhalten. Dabei ist »Zügigkeit des Radverkehrs« ein wesentliches Kriterium für Veloroutenbau. In der Sitzung am 18. Dezember wird diese Planung nochmals im Regionalausschuss Thema sein.

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