Verkehr
21.02.2010

Verkehrspolitisches Leitbild

Von: ADFC
Schutzstreifen im Hofweg
Schutzstreifen im Hofweg

Was will der ADFC Hamburg?

Hamburg ist eine Großstadt, in der sich eine große Zahl von VerkehrsteilnehmerInnen den knappen öffentlichen Raum teilen muss. Der ADFC Hamburg setzt sich als Radverkehrsclub für die Interessen aller nicht motorisierten VerkehrsteilnehmerInnen ein, insbesondere für eine gerechte Teilhabe der RadfahrerInnen an den verfügbaren Flächen und Mitteln. Er engagiert sich in der Öffentlichkeit, gegenüber Behörden, Presse und anderen Institutionen für Ressourcen sparende, saubere und leise Individualmobilität sowie insgesamt für einen menschen- und umweltgerechten Verkehr. Radfahren soll eine attraktive und sichere Alternative zur Autofahrt sein – mit Spaß, Entspannung und Gesundheitsvorsorge für den Einzelnen und mehr Lebensqualität und Klimaschutz für alle HamburgerInnen!

Vorfahrt fürs Rad – Unsere Vision einer modernen Mobilität

Radfahren in Hamburg macht Spaß. Das Radverkehrsnetz der Stadt verbindet alle Wohngebiete und wichtigen Zielorte ohne Umwege. Die Strecken sind angenehm, sicher und zügig zu befahren. Bauliche Maßnahmen und Verkehrsregelungen sorgen für eine möglichst kurze, aber auch komfortable und zugleich entspannte Reisezeit. Die Wegweisung ist für jeden sofort verständlich. An Start und Ziel ihrer Fahrt finden RadfahrerInnen immer ausreichend viele und zweckmäßige Abstellanlagen vor. Die Vernetzung mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ist den Bedürfnissen der RadfahrerInnen angepasst.

RadfahrerInnen fühlen sich als VerkehrsteilnehmerInnen gleichberechtigt. Dies wird erreicht durch eine Flächenverteilung des öffentlichen Raums, die moderne, komfortable Radverkehrsführungen möglich macht; Ampelschaltungen und allgemeine Verkehrsführungen berücksichtigen die spezifischen Interessen des Radverkehrs. An Baustellen wird immer eine Lösung gefunden, die sicheres und relativ zügiges Radfahren erlaubt.

Der Straßenverkehr in Hamburg ist so gestaltet, dass sich RadfahrerInnen jederzeit im Mischverkehr auf der Fahrbahn wohlfühlen und sie überall sicher und komfortabel unterwegs sind. Stadtweit gilt bis auf wenige Ausnahmefälle eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h, die Zentren der einzelnen Stadtteile sind frei von privatem motorisierten Individualverkehr. Bordsteinradwege werden nicht mehr angelegt, sondern bei nächster Gelegenheit zurückgebaut. Gemeinsame Geh- und Radwege werden aufgehoben. Der Fußverkehr erhält so die ihm zustehenden Flächen zurück. Die Benutzung bestehender Bordsteinradwege ist den RadfahrerInnen freigestellt.

Die Freie und Hansestadt Hamburg fördert den Radverkehr und verfolgt eine nachhaltige, das heißt umwelt- und menschengerechte wie ressourcen sparende Verkehrs- und Stadtentwicklungspolitik. Sie setzt in Abstimmung mit dem ADFC Hamburg den NATIONALEN RADVERKEHRSPLAN 2002–2012 und die RADVERKEHRSSTRATEGIE FÜR HAMBURG um. Die Radverkehrsplanung orientiert sich vorrangig an den aktuellen Planungsrichtlinien. Die PLAST 9 (Planungshinweise für Stadtstraßen – Anlagen des Radverkehrs) werden beachtet und im Sinne der Radverkehrsförderung fortgeschrieben.

Schließlich trägt auch eine kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit der Stadt, die den hohen Wert des Radverkehrs für Hamburg und seine EinwohnerInnen hervorhebt, zum positiven Image des Radfahrens und der RadfahrerInnen bei.

Hamburg im Jahr 2020: Alle VerkehrsteilnehmerInnen pflegen einen respekt- und rücksichtsvollen Umgang miteinander. Die öffentlichen Plätze Hamburgs, die Straßen und Flächen der Innenstadt laden zum Verweilen, zum Zufußgehen, zum Radfahren ein und sind wieder Orte kommunikativen Austauschs. Die Stadtentwicklungs- und Verkehrsplanung orientiert sich nicht mehr an der Beschleunigung von Autoverkehrsflüssen, sondern schafft die Grundlage für eine saubere, bezahlbare Mobilität aller EinwohnerInnen Hamburgs. Rund die Hälfte aller Strecken in der Stadt wird mit dem Rad zurückgelegt, bei den Kurzstrecken unter 5 Kilometern ist es das Verkehrsmittel der Wahl. Ob Schule, Arbeit, Einkaufen oder Freizeitvergnügen – alles ist bequem erreichbar zu Fuß, mit dem Rad oder in Kombination mit dem ÖPNV.

Hamburg, im Februar 2010
So beschlossen auf der Landesversammlung des ADFC Hamburg am 05.09.2010.

Verkehrspolitisches Leitbild (PDF, 110 kb)


Ergänzung: Im November 2016 beschloss der ADFC auf seiner Bundeshauptversammlung verkehrspolitische Leitlinien. Sie stellen die Kriterien vor, die für eine verstärkte Fahrradnutzung erfüllt werden müssen.