01.11.2018

Antwort auf Briefe zur Aktion #radwegparker

Von: Geschäftsstelle

Guten Tag,

vielen Dank für Ihre Mail zu unserer Aktion #radwegparken.

Hamburg will Fahrradstadt werden, eine moderne Mobilität ermöglichen. Das ist auch ein Erfolg unserer Arbeit. Dazu verlagert die Stadt immer mehr Radwege vom Bürgersteig auf die Straße, was viel sicherer und komfortabler für Radfahrer*innen und Fußgänger*innen ist. Jetzt müssen viele Verkehrsteilnehmende erst einmal lernen, mit der neuen Verkehrsführung richtig umzugehen. Der ADFC betreibt dazu Aufklärung in Richtung der Radfahrer*innen und beim Falschparken auch in Richtung Autofahrer*innen.  

Der Kern unserer Aktion ist, Autofahrer*innen, die ihr Auto auf Radwegen parken, freundlich darauf hinzuweisen, dass dies 1. verboten und 2. gefährlich für Radfahrer*innen und andere Verkehrsteilnehmende ist. Dafür verteilen wir Bögen mit sogenannten "Denkzetteln" an unsere Mitglieder und Bürger*innen, die diese an derart falsch parkende Autos klemmen können. Unser Ziel ist, dass diese Autofahrer*innen in Zukunft mehr Rücksicht nehmen und nicht mehr auf Radwegen parken. Wenn Ihnen diese Aktionsform gefällt, die Denkzettel erhalten Sie hier.

Die Polizei empfiehlt übrigens, gleich eine Anzeige gegen Falschparker*innen zu stellen. Es ist doch ganz nett von uns, dass wir es erst mal mit einem freundlichen Denkzettel versuchen.

Zusätzlich rufen wir Bürger*innen dazu auf, Autos (nicht die Autofahrer*innen), die auf Radwegen geparkt wurden, zu fotografieren und die Fotos mit unkenntlichen Kennzeichen in den sozialen Medien unter dem Hashtag #radwegparken hochzuladen. Diese Aktionsform wird von anderen Aktivist*innen schon lange praktiziert und soll dazu dienen, die Größe des Problems darzustellen. Autofahrer*innen, Polizei und Behörden müssen handeln.

Wir weisen explizit darauf hin, die Kennzeichen unkenntlich zu machen, um die Persönlichkeitsrechte der Halter*innen zu wahren. Wer diese bei den meisten Netznutzer+innen selbstverständlichen Regeln einhält, stellt niemanden an den Pranger und denunziert auch nicht (darüber, ob diese Begriffe überhaupt angemessen sind, kann man auch streiten). Letztlich dafür verantwortlich sind diejenigen, die die Fotos ins Netz stellen. Wir trauen den Aktiven gegen Falschparken dieses Verantwortungsbewusstsein zu. Wenn Sie unter dem Hashtag #radwegparken doch ein lesbares Kennzeichen sehen, können Sie den Urheber auch einfach per Kommentar oder Antwort selber darum bitten, dass es unkenntlich gemacht wird.

Man kann es auch so sehen: wer sein Auto auf einen Radweg stellt, stellt sich im öffentlichen Raum selbst als rücksichtslos dar und begeht gut sichtbar eine bußgeldpflichtige Ordnungswidrigkeit und zwar mit lesbarem Kennzeichen.

In Ihrer Mail schildern Sie das Fehlverhalten von Radfahrer*innen. Dieses ist unbestritten und stellt ein großes Problem dar. Wir produzieren Flyer, informieren auf der Webseite, halten Vorträge und organisieren Infostände, in denen wir über die Vorschriften für Radfahrende aufklären. Wenn wir mehr Geld hätten, würden wir noch mehr tun. Daher freuen wir uns sehr, dass wir die Stadt Hamburg überzeugen konnten, künftig eine Kampagne zur gegenseitigen Rücksichtnahme zu starten, an der wir uns selbstverständlich beteiligen werden.

Wir hoffen, Sie selber parken nicht auf Radwegen und wünschen Ihnen, sicher auf Hamburgs Wegen unterwegs zu sein.

Mit freundlichen Grüßen
Wiebke Hansen für den ADFC Hamburg

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