31.05.2018

Baustellen

Von: Online-Redaktion

Selten sind in Hamburg Radverkehrsführungen an Baustellen richtig gut. Wir bemühen uns, ausgewählte gute Beispiele hier zu zeigen.

Literaturhinweis:

AGFK Bayern: Leitfaden Baustellen | Info dazu

Führung im rechten Kfz-Fahrstreifen (III)

Neue Barrieren: In der Wandsbeker Chaussee ist stadtauswärts ab Ritterstraße eine gut erkennbare Baustellenführung eingerichtet. Bis auf die etwas zu eng geratene Aufleitung am Ende ist sie gut befahrbar. Um den notwendigen Platz zu erhalten, wurde ein Kfz-Fahrstreifen verwendet. Die Abtrennung mittels physischer Barriere hilft insbesondere nicht so geübten Radfahrer*innen, sich sicher zu fühlen.

adfc hh/Stefan Eli
Beginn des Baustellenbereichs an der Ritterstraße
adfc hh/Stefan Eli
Eine Barriere schützt den auf der Fahrbahn angelegten Radfahrstreifen
adfc hh/Stefan Eli
Unterbrechungen der Barriere ermöglichen die Zufahrt zu Stellplätzen und Baustelle
adfc hh/Stefan Eli
Verbesserungsfähig: Die Aufleitung auf den Radweg ist schlecht einsehbar und zu eng geführt

»Gehweg/Radfahrer frei« statt Fahrverbot

Eigentlich ist »Gehweg/Radfahrer frei« als Lösung für den Radverkehr untauglich. Als Baustellenlösung kann diese Schilderkombination aber im Ausnahmefall hilfreich sein, wie dieses Beispiel von der Fuhlsbüttler Straße zeigt.

adfc hh/Andrea Kupke
»Gehweg/Radfahrer frei« an der Baustelle Fuhlsbüttler Straße

Im Rahemen von Busbeschleunigung und Grund­instandsetzung wertet der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer auch die Nebenflächen der Straße auf. Und die Radfahrer*innen fahren zukünftig auf Radfahrstreifen und Schutzstreifen. Die Gesamtstrecke vom Bahnhof Barmbek bis zum Bahnhof Ohlsdorf ist rund 5 km lang und die Baustelle wird rund 1,5 Jahre bestehen.

Der Autoverkehr ist über die Bauzeit lediglich in Richtung Norden zugelassen. In Südrichtung muss er über den Rübenkamp ausweichen. Für den Radverkehr wurde von Anfang an festgelegt, dass dieser die gesamte Zeit über die Fuhle sowohl in Richtung Nord als auch in Richtung Süd fahren können soll. In Richtung Norden fährt man dabei auf der Fahrbahn. Wer das nicht möchte, darf die Nebenflächen benutzen, die mit »Gehweg/Radfahrer frei« beschildert ist.

In der Südrichtung fährt die Radfahrer*in nicht auf der Fahrbahn, da hier derzeit eine Einbahnstraßenregelung Richtung Norden besteht. Diese Richtung ist deshalb ebenfalls mit »Gehweg/Radfahrer frei« versehen. Das ist angesichts der Enge mancher Stellen die einzig vertretbare Lösung, wenn man Radverkehr zulassen möchte.

Die Baustelle in der Fuhlsbüttler Straße ist daher unter den gegebenen Rahmenbedingungen ein vorbildliches Beispiel dafür, wie man eine Riesenbaustelle, für den Radverkehr lösen kann.

(ausführlicher Artikel in der RadCity 5/2014)


Führung im rechten Kfz-Fahrstreifen (II)

In der Wandsbeker Chaussee/Hammer Steindamm fahren RadfahrerInnen auf der Fahrbahn um die Baustellen.

Die Hochbahn baut an den beiden Eingängen der U-Bahnhaltestelle, die direkt neben einem Radweg liegen. Bei dieser aktuellen Baumaßnahme ist für den Radverkehr auf beiden Straßenseiten eine vernünftige Baustellenlösung gewählt worden:  RadfahrerInnen fahren vom Radweg auf den jeweils rechten Kfz-Fahrstreifen und hinter dem Knoten über provisorische Furten wieder auf den Radweg zurück. Dafür ist in beiden Richtungen ein Kfz-Fahrstreifen im Bereich der Arbeitsstelle abgesperrt. Durch die Wandsbeker Chaussee fahren an Werktagen ca. 46.000 Kraftfahrzeuge.

 

 

Aufleitung des Radverkehrs an einer Baustelle auf die Fahrbahn, Wandsbeker Chaussee.
Fahrtrichtung Osten, stadtauswärts
Aufleitung des Radverkehrs an einer Baustelle auf die Fahrbahn, Wandsbeker Chaussee.
Fahrtrichtung Osten, stadtauswärts
Aufleitung des Radverkehrs an einer Baustelle auf die Fahrbahn, Wandsbeker Chaussee.
Fahrtrichtung Westen Richtung City
Aufleitung des Radverkehrs an einer Baustelle auf die Fahrbahn, Wandsbeker Chaussee.
Fahrtrichtung Westen Richtung City

Führung im rechten Kfz-Fahrstreifen (I)

Die Hamburger Hochbahn baut an der Kreuzung Wandsbeker Chaussee/Seumestraße. Betroffen ist auch die Fläche des Radwegs. Für den Radverkehr ist im Bereich der Baustelle eine Ausweichmöglichkeit eingerichtet.

Gleiches gilt für die Gegenrichtung an der Wandsbeker Chaussee Ecke Hammer Steindamm. Die Anzahl der Fahrstreifen für den Autoverkehr ist jeweils von drei auf zwei reduziert. Über provisorische Absenkungen gelangen die Radfahrer*innen auf die abgesperrte rechte Fahrspur, die aufgrund der ausreichenden Breite auch von Radfahrer*innen mit Anhänger sicher zu befahren ist. Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich noch bis Mitte April.