29.11.2018

Inseln im Längsverkehr

Von: online-redaktion

Anlass und Anforderungen

In manchen Situationen können schmale Inseln hilfreich sein, um Radverkehr zumindest subjektiv vom Autoverkehr besser zu trennen. Viele Radfahrende fühlen sich dann sicherer.

Z. B. können solche Inseln dort nützlich sein,

  • wo Fahrstreifen verschwenkt werden,
  • wo zwei Fahrstreifen auf einen reduziert werden,
  • wo es häufig zu Rückstaus kommt, weil Linksabbiegeverkehr nicht gleich abbiegen kann (und Autofahrer dann regelwidrig über den Radfahrstreifen ausweichen),
  • wo ein Radfahrstreifen gegen die Fahrrichtung einer Einbahnstraße angelegt ist.

In diesen Situationen haben viele Radfahrende Angst, dass Autofahrer*innen seitlich zu nah an sie heranfahren. An solchen Stellen sind schmale Inseln eine Option, das Überfahren des Radfahrstreifens zu verhindern.

Allerdings haben diese Inseln auch Nachteile. Aus diesen Gründen muss der Einsatz gut abgewogen werden:

  • Unter Umständen sind die Inseln schlecht sichtbar (z. B. bei Laub, Schnee, Regen, blendendem Gegenlicht).
  • Die Reinigung durch Fahrzeuge der Stadtreinigung ist erschwert.
  • Es könnte sich bei manchem Autofahrer die Haltung ausbilden, dass dort, wo keine Insel ist, der Radfahrstreifen eben regelwidrig überfahren werden kann.
adfc hh/Andrea Kupke
Insel mit gut sichtbarer Rundbake. Allerdings sind Masten mit abknickender Funktion sicherer als solche aus Stahl.

Baulich sollten die Inseln mindestens folgenden Anforderungen genügen:

  • Deutliche Kennzeichnung am Anfang und am Ende durch breite Rundbaken. Bei längeren Inseln sollten sie nach jeweils einigen Metern durch weitere Baken ergänzt werden. Am Sichersten sind Kunststoffelemente oder solche mit abknickender Funktion, um die Unfallschwere bei einem Zusammenstoß so niedrig wie möglich zu halten.
  • Der Bordstein sollte abgeschrägt sein, so dass Radfahrer*innen nicht mit der Fahrradpedale hängen bleiben können.
  • Auch im Zuge der Inseln sollte die Radverkehrseinrichtungen in solch großen Radien geführt sein, dass eine Verringerung der Geschwindigkeit vermieden wird.

Inseln gegen die Einbahnstraßenrichtung

adfc hh/Jens Bruhn
Schmale Inseln in der Caffamacherreihe (2018)

In der Caffamacherreihe ist der gegen die Einbahnstraßenrichtung verlaufende Radfahrstreifen durch eine Insel geschützt. Im Graumannsweg, wo es diese Inseln nicht gibt, fahren Autofahrer*innen häufig regelwidrig auf dem Radfahrstreifen.


Inseln an einer Fahrbahnverengung

adfc hh/Reinhard Borchers
Straßburger Straße, Blick Richtung Fahrstreifenreduktion
adfc hh/Reinhard Borchers
Straßburger Straße (2018)

Die Straßburger Straße verengt sich. Dort ist der Radfahrstreifen mit einer schmalen Insel vom Fahrstreifen abgegrenzt. Der Radweg ist hier gepflastert, besser wäre Asphaltierung. Auch ist die Kennzeichnung der Insel ungenügend.


adfc hh/Andrea Kupke
Schmale Insel zwischen Radfahrstreifen und Fahrstreifen an der Verengung von zwei Fahrstreifen auf einen Fahrstreifen. (Rübenkamp 2018)

Im Rübenkamp verengt sich die Fahrbahn von zwei Richtungsfahrstreifen auf einen. An der Verengung ist der Radfahstreifen durch eine schmale Insel geschützt. Im Beispiel ist der Radfahrstreifen in der Engstelle unnötig schmal.