Kinder, Jugend, RadCity
17.10.2017

Schulwegplanung

Von: Frank Fiedler

Mit dem Rad zur Schule - Schulwegpläne sorgen für Sicherheit

Schüler drängen per Rad auf dem Fußweg adfc hh/Tobias Adams
Zwischen 7.30 und 8 Uhr drängeln sich Schüler*innen der Wandsbeker Gymnasien an der Schloßstraße durch den morgendlichen Berufsverkehr. Der legale Weg führt auf 500 Metern über drei zusätzliche Ampeln – oder auf der Fahrbahn durch den Berufsverkehr.

Mit dem Rad zur Schule: Der ADFC Hamburg erschließt dieses Thema für weiterführende Schulen (ab Klasse 5) durch die Entwicklung von Schulwegplänen. Schüler, Eltern und Lehrer sind zur Mitarbeit eingeladen: Eine neue Arbeitsgruppe startet am 2. November 2017 um 19 Uhr in der Geschäftsstelle des ADFC, Koppel 34-36.

Mit viel Aufwand versucht Hamburg in den letzten Jahren die Infrastruktur für Radfahrer zu verbessern und mehr Leute zum Umsteigen auf das Fahrrad zu bewegen. Bis aber ein adäquates, komfortables und sicheres Gesamtnetz aus Radstreifen, Fahrradstraßen und Velorouten entsteht, werden noch einige Jahre vergehen. Und selbst dann wird es noch viele Verkehrsteilnehmer geben, die das Radfahren aus verschiedenen Gründen ablehnen. Kinder hingegen kennen kaum Bedenken gegen das Radfahren. Zwar kullern nach dem ersten Sturz im Park mal dicke Tränen über die Wangen, aber die sind aufgrund der faszinierenden Geschwindigkeit und der vorher nie dagewesenen Freiheit beim Radfahren bald wieder vergessen. Und schaffen Kinder und Jugendliche es während ihrer Schulzeit, sichere und selbstbewusste Radfahrer zu werden, nutzen sie im weiteren Leben auch das Fahrrad als ein selbstverständliches Verkehrsmittel in einer multimodalen Welt.

Direkt und sicher

Danach ist es die Aufgabe der Arbeitsgruppe aus den Informationen der Befragung und den eigenen Erkenntnissen den Radschulwegplan auf einer geeigneten digitalen Kartengrundlage zu entwerfen. Dabei ist es das Ziel bei jeder Routenfindung zwischen Wohnort und Schule ein Maximum an Sicherheit auf möglichst direktem Weg zu finden. Diese Entwurfs- und Planungsphase kann durch den ADFC, eventuell sogar durch ein Ingenieurbüro, aber sollte auf jeden Fall durch das zuständige Polizeikommissariat begleitet werden. Ist der Plan fertig gestellt, kann er beispielsweise auf der Rückseite noch mit Darstellungen zum richtigen Verhalten im Verkehr oder einer kleinen Schilderkunde versehen werden und anschließend digital und analog an Eltern und Schüler verteilt werden. Das Einpflegen von Umleitungen durch Baustellen oder die alljährliche Anpassung der Pläne für neue Schüler ist danach die stetige Aufgabe der Arbeitsgruppe.

Wirkung für das Umfeld

Schulwegplan aus Baden Baden theodor-heuss-schule-ghs.de

In Baden-Württemberg haben mittlerweile fast alle weiterführende Schulen in größeren Kommunen einen Radschulwegplan. Die Vorteile liegen auch für Hamburg auf der Hand: Der Weg zur Schule mit dem Fahrrad wird sicherer, eine Reduzierung der Verkehrsbelastung durch Kraftfahrzeuge, insbesondere im schulnahen Bereich, eine Entlastung der Eltern durch wegfallende Hol- und Bringfahrten und eine Reduzierung des damit verbundenen Aufwands (Kos­ten und Zeit), Sensibilisierung der Schülerinnen und Schüler für das Thema Verkehr, sowie eine allgemeine Verbesserung des Fahrradnetzes in Hamburg. Denn die Verbesserung der Wege für die Schülerinnen und Schüler schafft eine Planungsgrundlage und Motivation für kommunales Handeln, beispielsweise beim Einrichten von Baustellen und zur Förderung des Radschulverkehrs, beispielsweise durch Verbesserung der Abstellmöglichkeiten oder Einrichtung einer Fahrradwerkstatt. Durch die jüngste Änderung der Straßenverkehrsordnung kann zur Sicherheit der Kinder auch an Hauptstraßen Tempo 30 vor Schulen angeordnet werden.

Pioniere gesucht

Der ADFC Hamburg möchte das Thema Radschulwegpläne für weiterführende Schulen in Hamburg in Angriff nehmen. Um das Projekt durchführen zu können werden noch Mitstreiter*innen gesucht. Das nächste Treffen der Projektgruppe findet am Donnerstag, den 2. November 2017 um 19 Uhr in der Geschäftsstelle des ADFC Hamburg, Koppel 34-36, statt. Eingeladen sind Menschen, die in der Gruppe mitarbeiten möchten und Schulen, die an einer  Zusammenarbeit interessiert sind.

Kontakt: ak-verkehr@hamburg.adfc.de