17.12.2016

StVO-Änderung: Kinder auf Radwegen

Von: Ulf Dietze
Ca. 7-jähriges Kind fährt auf einem reinen Gehweg von ca. 2,5 m Breite, rechts Hecken, links Bäume adfc hh/ulf dietze
Seit Mitte Dezember 2016 darf eine »geeigneten Aufsichtsperson« mit dem Fahrrad ein Kind auf dem Gehweg begleiten

Am 14.12.2016 trat eine Änderung der Straßenverkehrsordnung in Kraft. Kinder dürfen nun auf Radwegen fahren.

Kinder bis zum 8. Lebensjahr mussten bisher immer auf dem Gehweg fahren, auch wenn ein Radweg vorhanden war. Diese Regelung führte teilweise zu praktischen Problemen, da radelnde Eltern ihre jüngeren Kinder nicht auf dem Gehweg begleiten durften. Außerdem ergab es wenig Sinn, dass der Siebenjährige auf einem evtl. schmalen und von Fußgängern gut genutzten Gehweg fahren musste, während der Radweg daneben leer blieb.

Die StVO wurd nun im Bereich »Kinder und Rad fahren« geändert.

Wo fahren Kinder?

  • Kinder unter 8 Jahren müssen auf dem Gehweg oder einem baulich von der Fahrbahn getrennten Radweg fahren. Fahrbahn, Radfahr- und Schutzstreifen dürfen sie nicht benutzen.
  • Beim Fahren auf dem Gehweg darf eine mindestens 16 Jahre alte Aufsichtsperson das Kind begleiten. Auf Fußgänger müssen beide besonders Rücksicht nehmen.
  • Kinder im Alter von 8 und 9 Jahren dürfen den Gehweg oder den Radweg/Radfahrstreifen/Schutzstreifen benutzen. Dort, wo es Erwachsene dürfen, dürfen sie auch auf der Fahrbahn fahren.
  • Für Kinder ab dem 10. Geburtstag gelten die selben Regeln wie für Erwachsene. 

(Stand: Dezember 2016)

Verordnungstext im Wortlaut

StVO § 2Abs 5 lautet nun:

»(5) Kinder bis zum vollendeten achten Lebensjahr müssen, Kinder bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr dürfen mit Fahrrädern Gehwege benutzen. Ist ein baulich von der Fahrbahn getrennter Radweg vorhanden, so dürfen abweichend von Satz 1 Kinder bis zum vollendeten achten Lebensjahr auch diesen Radweg benutzen. Soweit ein Kind bis zum vollendeten achten Lebensjahr von einer geeigneten Aufsichtsperson begleitet wird, darf diese Aufsichtsperson für die Dauer der Begleitung den Gehweg ebenfalls mit dem Fahrrad benutzen; eine Aufsichtsperson ist insbesondere geeignet, wenn diese mindestens 16 Jahre alt ist. Auf zu Fuß Gehende ist besondere Rücksicht zu nehmen. Der Fußgängerverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden. Soweit erforderlich, muss die Geschwindigkeit an den Fußgängerverkehr angepasst werden. Vor dem Überqueren einer Fahrbahn müssen die Kinder und die diese begleitende Aufsichtsperson absteigen.«

zitiert nach Bundesgesetzblatt Jahrgang 2016 Teil I Nr. 59, ausgegeben zu Bonn am 13. Dezember 2016