06.08.2017

City Nord: Torontobrücke wegen zu geringer Geländerhöhe für RadfahrerInnen gesperrt

Von: Andrea Kupke

ADFC fordert Aufhebung des Fahrverbots für Radfahrer!

Neue Verkehrsschilder verbieten Radfahrern seit jüngstem das Fahren auf der Torontobrücke über den Ring 2 am Stadtpark. Diese wichtige Radverkehrsanbindung zur City Nord lässt sich jetzt nur noch schiebend nutzen.

adfc hh/Ulf Dietze
Die Torontobrücke verbindet Stadtpark und City Nord. Sie ist jetzt für den Radverkehr gesperrt worden, weil die Geländer nicht hoch genug sind
adfc hh/Ulf Dietze
Das Geländer ist nur gut 90 cm hoch. Alles unterhalb von 120 cm wird nach heutigem Stand als kritisch angesehen, wenn im Bereich neben dem Geländer Radverkehr erlaubt ist

Die Torontobrücke verbindet zwischen zwei großen Kreuzungen den Stadtpark mit der City Nord und wird von vielen Radfahr*innen auf dem Weg zur Arbeit oder in der Freizeit genutzt. Dort fahren einerseits Menschen, die in die City Nord möchten. Andererseits bestehen über Torontobrücke am Südende der City Nord und Manilabrücke am Nordende auch autofreie Wege für Pendler*innen mit längeren Wegen. (Video)

Ab August 2017 zieht ein Teil der Uni Hamburg während der Sanierung des »Philosophenturms« in die City Nord, die Zahl der Radfahrer*innen wird dann in diesem Teil Hamburgs nochmals ansteigen.


Fahrradfahren verboten

Seit Kurzem stehen an beiden Enden der Torontobrücke Schilder, die das Radfahren auf der Brücke verbieten (Zeichen 254: »Verbot für den Radverkehr«). Radfahrer*innen müssen also schieben oder längere Umwege zu einer der Kreuzungen in Kauf nehmen.

Damit reagierte die Behörde auf eine Bauvorschrift, die bei von Radfahrer*innen befahrbaren Brücken aus Gründen der Verkehrssicherheit inzwischen eine Geländerhöhe von mindestens 1,30 m vorsieht. Bei bereits bestehenden Geländer werden Höhen unter 1,20 m als kritisch angesehen. Das Geländer der Torontobrücke ist niedriger.

Eine Anfrage des ADFC bei den zuständigen Stellen, wie es mit der Brücke weitergehen soll, läuft. Der Fahrradclub hält eine dauerhafte Sperrung für den Radverkehr jedenfalls für inakzeptabel – sie bremst die vielen Radfahrer*innen und Pendler*innen aus, deren Zahl noch zunehmen wird, wenn die Student*innen in die City Nord wollen.

Die weitgehend autofreie Führung des Radverkehrs durch die City Nord war stadtplanerisch weitsichtig. Gerade beim aktuellen Ausbau der Velorouten zeigt sich jetzt, wie wenige solcher durchdachten Verbindungen es in Hamburg gibt und wie schwierig es ist, sie nachträglich zu entwickeln. Nach heutigen Standards wäre auf der Strecke durch die City Nord allerdings Asphalt die Oberfläche der Wahl und müsste der Zweirichtungsradweg breiter und idealerweise vom Fußverkehr getrennt sein.

Der ADFC fordert die Stadt auf, diese wichtige Radverkehrsverbindung wieder unterbrechungsfrei und mit modernem Belag für Radfahrer nutzbar zu machen.

Mit dem Fahrrad durch die City Nord (Video)

[Update, 17.11.17]: Bereits am 21.09.17 wurden die Schilder nach Abstimmung zwischen StVB und BWVI wieder entfernt. Diese Dienststellen verständigten sich darauf, dass es für derartige Bauten einen Bestandsschutz gäbe. Die Torontobrücke wurde 1975 errichtet. Bei Neubauten wäre eine Geländerhöhe von 1,3 m erforderlich.