Verkehr
09.02.2016

Darum Tempo 30

Von: Projektgruppe Tempo 30

Tempo 30 macht den Unterschied

Tempo 30 statt 50 bedeutet eine unmittelbare Entspannung für alle, die sich draußen aufhalten oder im Verkehr bewegen. Tempo 30 macht auch den Unterschied für Leben und Gesundheit: es schützt nachweislich vor schlimmen Unfällen, Lärm und schlechter Luft und reduziert die Emission von Treibhausgasen.

Das Umweltbundesamt hat die Auswirkungen von Tempo 30 untersucht und spricht sich für dessen Einführung auch auf innerörtlichen Hauptstraßen aus. Die meisten hier genannten Argumente für Tempo 30 basieren auf dieser Studie.

 

 

Tempo 30 wirkt

(c) Umweltbundesamt 2017

Untersuchungen des Umweltbundesamtes in Berlin haben ergeben, dass die real gefahrenen durchschnittlichen Geschwindigkeiten nach der Einführung von Tempo 30 um ca. 10 auf 34 km/h sinken. Vor allem Geschwindigkeiten über 40 km/h nehmen stark ab.

Sicher: Tempo 30 rettet Leben

(c) Broschüre "Ein Ball kommt selten allein" Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation

Der Weg, den ein Auto während der Reaktions- und Bremszeit, zurücklegt, ist bei Tempo 30 entscheidend kürzer als bei 50. Wenn ein Kind in 14 m Entfernung plötzlich auf die Straße rennt, kommt ein Auto mit Tempo 30 gerade noch vor dem Kind zum stehen. Während es das Kind bei Tempo 50 mit voller Wucht erwischt.

Copenhagenize Consulting: Analysis of 30 km/h Zones, 2012

Unfälle verlaufen bei geringerer Geschwindigkeit glimpflicher. Bei einer Aufprallgeschwindigkeit von Tempo 30 überleben 90 % den Unfall, bei Tempo 50 sind es nur 20 %. Die Grafik zeigt, wie sich die Unfallschwere mit sinkender Geschwindigkeit verringert.

Autofahrende haben die Nebenbereiche bei Tempo 30 viel besser im Blick, da sie bei höheren Geschwindigkeiten einen Tunnelblick mit Fokus auf weitere Entfernungen bekommen. Verkehrsteilnehmer*innen haben mehr Zeit miteinander zu kommunizieren.

Ein wichtiger Unterschied ist das wesentlich angenehmere Sicherheitsgefühl bei Tempo 30 für alle anderen Verkehrsteilnehmer*innen. Das führt nämlich erst dazu, dass mehr Leute aufs Rad oder ihre Füße umsteigen.

Leise und sauber

pixelio.de

Lärm macht krank und mindert die Lebensqualität. Eine Reduzierung der innerörtlichen Geschwindigkeit von 50 auf 30 km/h verringert den Lärm ebenso stark wie eine Halbierung des gesamten Straßenverkehrs. Im Mittel sind es drei dB(A) weniger, die Lärmspitzen sind deutlich leiser, was zusammen schon deutlich spürbar ist.

Ein Modellversuch in Frankfurt - nachts Tempo 30 an ausgewählten Hauptverkehrsstraßen - resultierte in einer beträchtlichen Verringerung der Lärmbelastung (Quelle: Frankfurter Neue Presse).

Wir haben die Folgen von Lärm und Luftbelastung für Hamburg zusammengestellt.

Film des Umweltbundesamts zu Ursachen und Folgen von Lärm

Entspannender Aufenthalt

de.freepik.com/nensuria

Angepasste Geschwindigkeiten in Wohngebieten, Geschäftsstraßen, Erholungs- und Spazierwegen und Fahrradstraßen machen es möglich: Der Straßenraum kann als Lebens- und Begegnungszone genutzt werden.

Davon profitieren nicht nur die Anwohner*innen und Besucher*innen, sondern auch der Einzelhandel, Gastronomie- und Freizeitangebote. Das gesamte Umfeld gewinnt an Lebensqualität.

Schnell

(c) Umweltbundesamt 2017

Für das zügige Vorankommen kommt es viel mehr auf den Verkehrsfluss als auf die erlaubte Höchstgeschwindigkeit an.

Bei flüssiger Fahrt braucht ein KFZ für 100 m bei Tempo 30 nur bis zu vier Sekunden länger als bei Tempo 50, also im Mittel 20 Sekunden pro Kilometer. Das sind bei den meisten Strecken nur bis zu 1 Minute und 40 Sekunden, da die meisten in Hamburg gefahrenen Strecken unter 5 km kurz sind.

Hohe Geschwindigkeiten führen im typischen Stadtverkehr hingegen zu vielen Brems- und Beschleunigungsvorgängen, Gedränge, gefährlichen Situationen und Staus. Denn hier trifft 50 km/h oder schneller auf Verkehrsteilnehmer*innen mit stark unterschiedlichen Geschwindigkeiten oder Hindernisse und Verzögerungen (Einparken, Halten, Ampeln, Bushaltestelle...).

Je ähnlicher die Geschwindigkeiten zwischen den Verkehrsarten, um so flüssiger geht es insgesamt voran. Und je langsamer die Geschwindigkeit, desto gelassener kann jeder auf Störungen reagieren. Bei niedrigeren Höchstgeschwindigkeiten wird der vermeintliche Zeitverlust durch weniger Stop-and-Go wieder ausgeglichen.

Auch interessant: Bei Tempo 30 können in der gleichen Zeit genauso viele KFZ eine Fahrspur passieren wie bei Tempo 50.