Fußweg auf dem Mittelstreifen der Bleickenallee mit Schild Fahrrad frei

Ein Radweg auf dem Mittelstreifen ist keine gute Lösung. © ADFC Hamburg

ADFC fordert: Schluss mit dem Behörden-Ping-Pong in der Bleickenallee!

 

Denkmalgeschütztes Kopfsteinpflaster oder komfortables, sicheres Radfahren? Kulturbehörde und Verkehrsbehörde müssen sich auf einen Kompromiss einigen, damit der Ausbau der Veloroute 1 in der Bleickenallee endlich weitergeht.

 

Im Februar 2023 rief der Allgemeiner Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) alle Hamburger*innen dazu auf, sich mit einem Brief an Kultursenator Carsten Brosda zu wenden. Als Vorgesetzter des Denkmalschutzamtes sollte er den Weg frei machen für eine fahrradgerechte Lösung in der der westlichen Bleickenallee vor dem Altonaer Kinderkrankenhaus. Brosdas Behörde antworte umgehend und sprach von der Hoffnung, schnell zu einer Lösung zu kommen. 

„Ich hoffe sehr, dass jetzt fast vier Jahre nach Vorstellung der ersten Planung für die Bleickenallee endlich Bewegung in die Sache kommt“, sagt Hans-Jörg Rüstemeier vom Fahrradclub. „Wenn das vom Denkmalschutzamt vorgeschlagene geschliffene Kopfsteinpflaster verlegt werden würde, ist das für uns ein annehmbarer Kompromiss“

Wie aus der Verkehrsbehörde zu hören ist, seien die Kosten für diese Art Bepflasterung zwar höher als die ursprünglich geplante (Teil-)asphaltierung der Fahrbahn. Aber diese Lösung hat sich inzwischen an vielen Stellen Hamburgs bewährt, auch auf Velorouten, etwa im Weidenstieg in Eimsbüttel oder in der Jürgensallee in Klein-Flottbek. 

Radweg auf Mittelstreifen keine gute Lösung

„Definitiv keine gute Idee ist es aus unserer Sicht, den Gehweg auf dem Mittelstreifen in der Allee ausschließlich dem Radverkehr zu widmen“, so Rüstemeier. „Fußgänger*innen und Hundebesitzer*innen sind dort gern unterwegs – warum sollten sie darauf verzichten?“. 

Ein weiteres Argument gegen die Mittelstreifenlösung: Auf der gerade neu umgebauten Kreuzung Bleickenallee/Hohenzollernring wird der Radverkehr auf der Fahrbahn geführt. Rüstemeier: „Ihn dann vor dem Kinderkrankenhaus im Zick-Zack von der Fahrbahn mit dem denkmalgeschützten Kopfsteinpflaster, die bis heute zur Hälfte von geparkten Autos in Anspruch genommen wird, umzuleiten, entspricht nicht den Veloroutenstandards der Stadt.“

Appell an Kultur- und Verkehrsbehörde

Der Fahrradclub appelliert an die Kulturbehörde und an die von Anjes Tjarks geleitete Verkehrsbehörde, den jahrelangen Stillstand in der Bleickenallee endlich zu beenden und sich gemeinsam mit dem Bezirksamt Altona auf eine Lösung zu verständigen, die allen Verkehrsteilnehmer*innen gerecht wird. „Wenn die Stadt die von uns vorgeschlagene Teilasphaltierung ablehnt, wäre auch eine Lösung mit einer ebenen Pflasterung auf der rechten Fahrbahnseite für uns denkbar”, zeigt sich Rüstemeier kompromissbereit. „So bleibt der historische Charakter der Bleickenallee erhalten, die Radfahrer*innen kommen zügig und sicher voran und in der Mitte flanieren die Fußgänger*innen.“

 


https://hamburg.adfc.de/artikel/adfc-fordert-schluss-mit-dem-behoerden-ping-pong-in-der-bleickenallee

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