Cyclista*Club
Das Frauennetzwerk im ADFC Hamburg.

Cyclista* dieser Welt: Zeigt euch!
Cyclista*Tour am 4. Oktober
Im Rahmen der Genderwochen des Cyclista*Club im ADFC Hamburg, laden wir zu einer Testfahrt auf der Veloroute 3 ein.
Kommt mit, testet die Veloroute mit uns und teilt eure Erfahrungen!
Frauennetzwerk, gendergerechte Stadt, Cyclista*Club … was wollen die eigentlich?
Warum Frauen andere Bedürfnisse an Radverkehr haben – und was das für die Stadt bedeutet
Nicht nur Männer fragen sich, warum Frauen andere Bedürfnisse an Verkehrsplanung und -politik als Männer haben. Auch für viele Frauen ist es eher ein Bauchgefühl und kein echtes Wissen, das sie in den Cyclista*Club und zum Fancy Cyclista*Ride führt. Seit Oktober 2024 treffen wir uns regelmäßig und haben alle noch eine Menge dazugelernt.
Studien belegen, dass Frauen mehr Alltagswege mit dem Fahrrad zurücklegen und das Fahrrad deutlich weniger als Sportgerät benutzen. Dafür fahren Frauen im Alltag deutlich mehr Ziele an als Männer.
Sichere Radinfrastruktur: Mehr als nur schnelle Routen ins Zentrum
Was bedeutet das für Verkehrspolitik und Stadtplanung? Die Radrouten, die sternförmig ins Zentrum führen, sind eher für männliche Bedürfnisse geplant. Frauen, Kinder und Jugendliche brauchen gute Radinfrastruktur in ihrem Bezirk bzw. Stadtteil. Und Abstellanlagen! Wer von zu Hause zur Kita oder Schule, dann zur Arbeit, anschließend zum Einkaufen und wieder zur Kita oder Schule fährt, um anschließend zu Freizeitaktivitäten, wie Sportverein oder Musikschule zu fahren, benötigt an deutlich mehr Stellen sichere Abstellanlagen. Dass Frauen diese lieber gut einsehbar, hell und sauber hätten, sollte nicht überraschen. Männern sind die Aspekte auch wichtig, sie machen jedoch in der Regel weniger schlechte Erfahrungen in dunklen Ecken als Frauen.
Wenn die Öffentlichkeit mal wieder den „Rambo-Radler“ kritisiert, der möglichst schnell und ohne Rücksicht auf Verluste (oder den über den Radweg laufenden Hund) durch die Stadt brettert, werden anderen Verkehrsteilnehmer*innen ihre Bedürfnisse oft abgesprochen. „Wofür brauchst du einen guten Radweg? Radfahrer halten sich eh nie an Regeln!“ Dem wollen wir mit Fakten und Bildern entgegentreten. Auch Frauen fahren Rad, nicht nur schnell, nicht nur aggressiv. Einige sind sehr vorsichtig unterwegs, aber wir alle fahren auch mal langsam und auch mal im fancy Outfit. Auch wir sind Radverkehr und wollen das mit dem Fancy Cyclista*Ride zeigen.
Fahrradfahren als Freiheitsgewinn: Emanzipation und Alltag
Das Fahrrad hat bei der Emanzipation der Frauen in den letzten 150 Jahre geholfen. Frauen waren mit dem Fahrrad mobiler und unabhängiger als ohne und konnten bequem auch weitere Strecken zurücklegen. Auch heute trägt das Fahrrad dazu bei Frauen unabhängig und selbstbewusst zu machen. Mit dem Fahrrad sind Einkäufe eine Leichtigkeit, im Vergleich zum beschwerlichen Einkauf zu Fuß. Das Fahrrad ermöglich eine freiere Wahl der Strecke und der Einkaufsmöglichkeiten und bietet “Me-time”, also Zeit ohne soziale Kontrolle von Familienmitgliedern. Ein Freiheitsgefühl, dass vielen Frauen ein großes Stück Lebensqualität schenkt.
Der Cyclista*Club ist queerfeministisch, wir heißen (Trans-)Frauen und nicht binäre Menschen willkommen. Ziel ist, eine diverse Sichtweise auf Verkehrspolitik und -planung im Verein zu verankern und in künftige Planungen einzubringen. *Der Genderstern steht für die Vielfalt von Frauen und nicht-binären Menschen, die sich mit Weiblichkeit identifizieren.