
Einige der beliebtesten Fahrradstrecken liegen am Elbdeich in der Vierlande. © ADFC Hamburg
Unfälle am Deich: Wenn Appelle nichts bringen, müssen Politik und Polizei handel
Fahrradclub fordert von Senat und Polizei, endlich aktiv zu werden, um Auffahrunfällen von Radfahrenden am Deich in der Vierlande wirksam vorzubeugen.
Es ist Sommer: Die Menschen in der „Active City Hamburg“ wollen sich bewegen, zu Fuß gehen oder Rad fahren. Einige der beliebtesten Fahrradstrecken, die auch von Radtourist*innen und Pendler*innen aus dem Umland Hamburgs stark genutzt werden, liegen am Elbdeich in der Vierlande. Immer wieder kommt es dort zu Unfällen zwischen Radfahrenden und am Deich geparkten Kfz, bei denen sich Verkehrsteilnehmer*innen zum Teil schwer verletzen. Statt aber die Zahl der geparkten Autos auf dem Deich zu reduzieren, beschränkt sich die Polizei bislang auf Appelle wie „Kopf hoch“, die Radfahrende an elementare Verhaltensregeln erinnern sollen, wie etwa beim Fahren nach vorne zu schauen.
„Der Polizei sind die Unfälle am Deich in der Vierlande mit ihren zum Teil sogar tödlichen Folgen für Verkehrsteilnehmende seit Jahren bekannt“, sagt Thomas Lütke vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) in Hamburg. „Ihre Maßnahmen zur Aufklärung der Radfahrenden reichen aber offensichtlich nicht aus, um die Unfälle zu verhindern.“
Senat und Polizei müssten daher endlich zusätzliche Maßnahmen ergreifen, wobei das deutsche Verkehrsrecht die mildeste Beschränkung des Straßenverkehrs als Mittel der Wahl vorschreibt. Das aber sei nicht, erklärt Lütke, den Radverkehr am Deich zu verbieten, sondern zum Beispiel ein Halteverbot für Kfz-Parkende in den betroffenen Straßenabschnitten anzuordnen.
Unverständlich sei, warum Senat und Polizei am Deich das Bedürfnis von Autofahrenden, ihr Auto zu parken, höher gewichten als die körperliche Unversehrtheit von Radfahrenden. Für ein Halteverbot sei nicht einmal eine besondere oder qualifizierte Gefahrenlage erforderlich. Die Polizei könne im Sinne der Verkehrssicherheit und des Verkehrsflusses dort auch ohne erhöhte Unfalllage das Parken von Kfz einschränken. „Die rechtlichen Voraussetzungen, um am Deich für mehr Verkehrssicherheit zu sorgen, existieren schon lange – warum wird die Polizei nicht aktiv?“
