Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Landesverband Hamburg e. V.

Umbau des Billstedter Marktplatzes

Der Billstedter Marktplatz soll ab Ende dieses Jahres aufgewertet werden. Was bedeutet das für den Radverkehr?

Der Billstedter Marktplatz soll ab Ende dieses Jahres aufgewertet werden. Detaillierte Pläne für den Umbau des Platzes und der Möllner Landstraße liegen bereits vor. So weit, so gut. Der Nachteil für den Radverkehr: Bisher durfte man dort mit dem Rad fahren. Das soll nach der Sanierung aber verboten sein. Leider hat niemand über Alternativen nachgedacht. Von der Kreuzung Billstedter Hauptstaße/Schiffbeker Weg kommend gibt es weder rechts noch links am Markt vorbei einen sicheren Radweg. Diese Radwegverbindungen werden im Zuge des Umbaus jedoch weiter an Bedeutung gewinnen. Es braucht eine alternative Route, um den Marktplatz sicher umfahren zu können.

Schiffbeker Weg

Im Zuge der Sanierung der Kreuzung Schiffbeker Weg/Billstedter Hauptstraße wurde an der Bushaltestelle am Anfang des Schiffbeker Wegs die Fahrradmarkierung erneuert. Grundsätzlich sind diese Rotmarkierungen zu begrüßen. In diesem speziellen Fall stellt sich allerdings die Frage der Sinnhaftigkeit. Denn an dieser Stelle hat der Schiffbeker Weg sieben Fahrspuren. Für den Radverkehr existiert aber neben der Einfädelung in den Straßenverkehr nur ein völlig unzureichender, nicht benutzungspflichtiger Hochbord-Radweg, der zudem noch durch Beleuchtungsmasten und die Bushaltestelle unterbrochen wird. Dabei könnte die rechte Fahrspur von der Billstedter Hauptstraße bis zur Straße „Am alten Zoll“ als Kombispur für den ÖPNV und den Radverkehr gekennzeichnet werden. Diese Lösung würde auch Konflikte mit Fußgängern in diesem sehr engen Bereich vermeiden.

Die Kreuzung des Schiffbeker Wegs mit den Straßen „Am alten Zoll“ beziehungsweise „Kirchlinden“ wurde bereits als Unfallschwerpunkt identifiziert und mit einer weiteren Fußgängerampel sicherer gemacht. Jetzt muss niemand mehr drei Ampelphasen abwarten, um den Schiffbeker Weg zu überqueren. 

Reclamstraße

Die Alternative, die Umfahrung des Billstedter Marktplatzes auf der anderen Seite, ist nicht weniger problematisch. An der Kreuzung mit der Möllner Landstraße ist keine Querung für den Rad- und Fußverkehr in dieser Fahrtrichtung vorgesehen. Radfahrende müssen auf Höhe der Einmündung des Frobeniuswegs auf die Fahrbahn verschwenken und die Kreuzung auf der linken Fahrspur überqueren – das werden nur wenige Mutige überhaupt versuchen.

Nach der Kreuzung wartet das nächste Hindernis. Die dortige Bushaltestelle würde sich eigentlich als Kombispur für Busse und Radverkehr anbieten, aber am Ende der Bushaltestelle ragt eine Fußwegausbuchtung in die Fahrbahn, sodass der Radverkehr erneut auf die Fahrspur für Autos wechseln muss.

 

Fazit

Bei aller Sympathie für den autofreien Umbau des Billstedter Marktplatzes und die damit verbundene erhöhte Aufenthaltsqualität: Eine solche Maßnahme ohne den Radverkehr zu planen, ist nicht mehr zeitgemäß und wird sicher dazu führen, dass Konflikte zwischen Radfahrenden und zu Fuß Gehenden vorprogrammiert sind.

Achim Brandau

alle Themen anzeigen

Verwandte Themen

Aktive der BG Mitte unterwegs im Bezirk

Bezirksgruppe Mitte

Der Bezirk Mitte erstreckt sich von Finkenwerder im Westen bis Billstedt im Osten, umfasst aber auch die Veddel und…

https://hamburg.adfc.de/artikel/umbau-des-billstedter-marktplatzes

Bleiben Sie in Kontakt