Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Landesverband Hamburg e. V.

Ein weiß bemaltes Fahrrad mit Blumen

Ghost Bike Symbolbild © ADFC HH | Cajus Pruin

Der vierte getötete Radfahrende in Hamburg – wann stoppt der Senat das Töten?

Der ADFC ruft für Samstag, den 04.07. um 14 Uhr, zur Mahnwache für den Radfahrer auf, der am 24.06. in Hamburg-Wandsbek getötet wurde. Ohne Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts wird es weitere Tote und Schwerverletzte im Straßenverkehr geben.

Am Morgen des 24. Juni 2026 wurde ein Radfahrer, der den Ölmühlenweg in Hamburg-Wandsbek in südliche Richtung befuhr, von zwei Pkw-Fahrenden überfahren. Er erlag noch am Unfallort seinen ihm dabei zugefügten Verletzungen. „Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei der Familie und den Freund*innen des Opfers“, sagt Thomas Lütke vom Vorstand des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in Hamburg.

Der Fahrradclub fordert die Menschen in Hamburg auf, die tödlichen Gefahren durch den massiven, weitgehend ungebremsten Lkw- und Pkw-Verkehr in der Stadt nicht länger als schicksalhaft hinzunehmen. Die Gleichgültigkeit des Senats angesichts des Tötens auf Hamburgs Straßen sei skandalös: „Der Schutz von Menschenleben muss endlich höchste Priorität in der Verkehrspolitik erhalten!”, so Lütke.

Der Fahrradclub fordert sichere Radverkehrsanlagen sowie wirksame Tempolimits, dazu mehr regelhaft und konsequent durchgeführte Geschwindigskeitskontrollen von Kfz-Fahrenden. „Hamburg braucht dringend einen Masterplan Vision Zero“, so Lütke. „Wir fordern den Senat noch einmal auf, einen runden Tisch mit allen Beteiligten einzuberufen, der ein Sofortprogramm für mehr Sicherheit von Verkehrsteilnehmer*innen erarbeitet, vor allem von ungeschützten Fußgänger:innen und Radfahrer:innen.“

Wesentlicher Baustein dieses Programms müsse laut ADFC die Einführung von Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts sein. Für die dazu notwendige Änderung der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) müsse sich der Hamburger Senat im Bundesrat stark machen. „Aber schon mit der heutigen Rechtslage wäre deutlich mehr Tempo 30 möglich, wenn der Senat die Sicherheit ungeschützter Verkehrsteilnehmer*innen endlich zur Chefsache machen würde.”

Der innerstädtische Verkehr in Hamburg nehme immer mehr zu, so Lütke. „Das erfordert insbesondere im Bereich von Baustellen viel mehr Aufmerksamkeit von den Verkehrsteilnehmenden, als zu den Zeiten, als Tempo 50 zur Regelgeschwindigkeit innerorts erklärt wurde.“ An vielen Stellen Hamburgs ist es Kfz-Fahrenden inzwischen unmöglich, bei Tempo 50 den Überblick über die Verkehrssituation zu behalten und bei einem eventuellen Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmender angemessen und vor allem rechtzeitig zu reagieren, um Unfälle zu vermeiden. Das beste Mittel, das dagegen helfe, sei „Tempo runter“, weiß Lütke: „Andere Städte wie Brüssel und Helsinki machen es erfolgreich vor: Tempo 30 rettet Leben!

Der Fahrradclub ruft zu einer Mahnwache für den getöteten Radfahrer am Samstag, 4. Juli 2026, 14 Uhr, an der Unfallsstelle Ölmühlenweg 42, 22047 Hamburg, auf. Dabei wird ein weißes Ghostbike zum Gedenken an das Opfer aufgestellt.

Arbeitskreis Ghostbike
Ziel des Arbeitskreises Ghostbike im ADFC Hamburg ist das Erreichen der „VisionZero“, also keine schwer verletzten oder getöteten Menschen im Straßenverkehr.

Wir stehen an der Seite aller Radverkehrsopfer - Wir schaffen Bewusstsein für die besondere Verletzlichkeit ungeschützter Verkehrsteilnehmender - Wir organisieren mit Mahnwachen ein würdevolles Gedenken - Wir schenken gemeinsames Innehalten - Wir stellen und pflegen Ghostbikes als Orte der Erinnerung und Mahnung - Wir mahnen alle Verkehrsteilnehmenden, stets gut aufeinander aufzupassen und gegenseitige Rücksicht zu nehmen - Wir wünschen uns Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden, besonders aber für ungeschützte - Wir freuen uns über deine Unterstützung, gerne als ehrenamtlich Aktiver, auch als Sach- oder Geldspende.

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Ein weiß bemaltes Fahrrad mit Blumen

Ghost Bike

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