Zwei E-Bikes als Feuerwehrfahrzeuge im Tunnel beim Desy

Die DESY-Feuerwehr mit E-Bikes im Tunnel im Einsatz © Fabias Saretzki

DESY goes gold - als fahrradfreundlicher Arbeitgeber

 

Das DESY ist derzeit der einzige Arbeitgeber in Hamburg, der vom ADFC mit dem goldenen Qualitätssiegel für Fahrradfreundlichkeit zertifiziert wurde. Besonders spektakulär: Die DESY-Feuerwehr im Tunnel im Einsatz – auf zwei E-Bikes!

 

Mit dem Rad bei der Arbeit – DESY macht es vor

Es gibt 73 vom ADFC (Bundesverband) zertifizierte fahrradfreundliche Arbeitgeber in Deutschland, davon 7 mit Gold-Status. Einer davon ist in Hamburg ansässig, das Deutsche Elektronen-Synchrotron DESY, ein Forschungszentrum, das Teilchenbeschleuniger betreibt. Der Anstoß dazu kam vor noch nicht allzu langer Zeit nach dem Stadtradeln 2018, als DESY das erste Mal teilgenommen und gleich super abgeschnitten hat: der Stein kam schnell ins Rollen. Könnte man hier verstärkt aktiv werden? Was geht da noch fürs Fahrrad? Zunächst stand der Selbsttest des ADFC an - dabei kann der Arbeitgeber prüfen, wo er derzeit steht und ob eine Zertifizierung machbar erscheint. Für DESY sah es 2018 gut aus, die Unterstützung des Direktoriums stand und die damals neue Abteilung Campusentwicklung hat eine Stelle für Mobilität (Radverkehrskoordinatorin, Cerstin Barmbrock) eingerichtet. Inzwischen ist auch der zweite DESY-Standort in Zeuthen in Bronze zertifiziert.


Aber was macht DESY zum fahrradfreundlichen Arbeitgeber?
Fahrräder sind zentraler Teil der Infrastruktur auf dem Campus: es gibt kostenfreie Elektrofahrräder für das dienstliche Pendeln zwischen Standorten, Lastenräder, die für Transporte in den Beschleunigertunneln und auf dem Campus benutzt werden, einen Fuhrpark aus 500 Leihfahrrädern (aber nur 15 Autos!) und zwei Stadtrad-Stationen auf dem Campus. Es gibt zwei Service-Säulen mit den wichtigsten Werkzeugen für die Fahrrad-Reparatur zur allgemeinen Nutzung, und alle DESY-LKWs sind mit Abbiegesystem ausgestattet - vorbildlich!


Gold Status allein genügt nicht
Denn es gilt ja nicht, sich mit einem Zertifikat an der Wand zu schmücken, sondern durch den Focus Fahrrad die Lebens- und Arbeitswelt der Mitarbeiter*innen besser zu machen. Das heißt, DESY setzt auf Weiterentwicklung und Verbesserung. Bei einer Mitarbeiter*innenbefragung kam heraus, dass 2018 bereits 50 % der Mitarbeiter*innen regelmäßig mit dem Rad zur Arbeit fuhren. Zeit, das nächste Ziel zu stecken: 2030 sollen es 75 % sein. Dazu wurde erhoben, was noch fehlt, was noch getan werden muss, damit noch mehr Leute umsteigen. Besonders häufig kam der Wunsch nach Dusch- und Umkleidemöglichkeiten auf - DESY arbeitet schon dran - , und ein großer Punkt waren die sicheren und komfortablen Wege zum Campus - hier besteht offenbar Verbesserungsbedarf. DESY ist hierbei natürlich auf die Unterstützung der Stadt angewiesen. Kommunikation und Kooperation gibt es schon/bereits.

Interview mit Cerstin Barmbrock

Frau Barmbrock, Sie sind mit Herz und Seele Radverkehrskoordinatorin bei DESY – was machen Sie neben den etablierten Strukturen des Campus, um das Fahrrad zu pushen?

  • Ich plane zum Beispiel zahlreiche und verschiedenste Aktionen: es gibt die Tandem Scout Initiative, wo routinierte Alltagsradler*innen Kolleg*innen mit dem Rad „mitnehmen“ – so fällt der Einstieg leichter. Wir bieten zwei Tage im Monat einen mobilen Radreparatur-Service auf dem Campus an, im Winter verteilen wir Warnwesten an Radfahrende, einmal im Jahr findet der Fahrradtag auf dem Campus statt, mit einem mobilen Fahrradladen, einem Radflohmarkt, E-Bikes-Testfahrten – wir machen das Fahrrad präsent und wollen zum Ausprobieren und „sich trauen“ motivieren.

Konnten Sie auch schon auf höherer Ebene neue Ideen oder Konzepte durchsetzen?

  • Ja! Bei einem Neubauprojekt auf dem Campus konnte ich im Vorhinein in die Planung eingreifen. Bei 200 Arbeitsplätzen sind baurechtlich nur sieben Fahrradbügel vorgesehen - viel zu wenig! Ich habe hier Verbesserungsvorschläge gemacht, und umgesetzt werden dann tatsächlich 80 überdachte Stellplätze plus zusätzliche Bügel als Backup. Ein toller Erfolg.

Sie gehen auch aktiv auf die Stadt zu und suchen nach Kooperationsmöglichkeiten?

  • Fragen lohnt sich! Mit dem Bezirksamt Altona und auch der Hamburger Radverkehrskoordinatorin tausche ich mich aus, und wir haben schon gemeinsam Planungen gefasst, wie wir an einem Strang ziehen können, und so eine Win-Win-Situation geschaffen: an einer Stelle unseres Campus wird unser Zaun so versetzt, dass ein Teil des Geländes in die geplante Veloroute eingebaut werden kann, dabei entsteht ein Radweg zum European XFEL in Schenefeld. Da haben alle was davon!

 

Kathryn Leve

Fahrradfreundlicher Arbeitgeber

Mit der Zertifizierung ‚Fahrradfreundlicher Arbeitgeber‘ – in bronze-, silber- und gold-Status – möchte der ADFC zusammen mit der EU Arbeitswege mit dem Fahrrad angenehmer und attraktiver machen, indem Firmen und andere Arbeitgeber fahrradfreundlicher werden und sich gezielt in diese Richtung weiterentwickeln.

Der ADFC Hamburg berät und zertifiziert "Fahrradfreundliche Arbeitgeber" in Hamburg.

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https://hamburg.adfc.de/artikel/desy-goes-gold-als-fahrradfreundlicher-arbeitgeber

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Wie erreiche ich den ADFC Hamburg?

    Geschäftsstelle des ADFC Landesverband Hamburg e.V.
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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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