Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Landesverband Hamburg e. V.

Beim Abschlussfest der Schulstraßenaktion an der Grundschule Wesperloh.

Beim Abschlussfest der Schulstraßenaktion an der Grundschule Wesperloh. © Kay Brockmann

Es geht voran

Die Mobilitätswende fängt bei den Kindern an. Schon in der Ausgabe 3/2024 der Radcity haben wir daher ausführlich über das Thema „Schulstraßen“ berichtet. Und seither hat sich einiges getan.

Freitag früh, 7.30 Uhr, Lurup: Einige Grundschüler warten mit ihrem Fahrrad auf den „BiciBus“. Diese geführte Radtour wird sie – begleitet von Erwachsenen und abgesichert durch die Polizei – über mehrere Stationen sicher bis zur Schule bringen. Es geht los. "Cool", flüstert ein Kind. “Fährst Du das erste Mal mit?” “Jaah.”

In Lurup

Nach einer erfolgreichen Aktionswoche im Juli dieses Jahres hat die Verkehrsinitiative der Grundschule Wesperloh auch im September, zu Beginn des neuen Schuljahrs, für die Einrichtung einer temporären Schulstraße vor ihrer Tür geworben. Jeden Morgen gab es eine Straßenabsperrung mit Demonstrationen, und während eines abschließenden Festes illustrierten die Schüler*innen mit viel Kreativität ihre Vision von einem guten Schulweg. Auch im „Hamburg Journal“ des NDR meldeten sie sich lautstark zu Wort: „Es ist umweltfreundlicher, gesünder und sicherer für die Kinder, mit dem Fahrrad oder zu Fuß zur Schule zu kommen!“

Die vielen Aktionen zeigen Wirkung. So hat der Mobilitätsausschuss der Bezirksversammlung Altona inzwischen die Empfehlung ausgesprochen, „noch bestehende rechtliche Hürden zu beseitigen, damit weitere Schulstraßen und andere Verkehrskonzepte zeitnah … umgesetzt werden können.“ Allerdings, so die Elternvertreterin Karmen Albrecht, bedeuten solche Beschlüsse noch keine konkreten, schnellen Maßnahmen, weil ein entsprechender Schulstraßen-Erlass des Hamburger Senats fehlt.

In Eimsbüttel

Die Rellinger Straße soll ab 2025 auf Höhe der dort befindlichen Grundschule endlich so umgebaut werden, dass grundsätzlich kein motorisierter Durchgangsverkehr mehr möglich ist. Die Elternschaft und die Initiative Superbüttel haben jahrelang für eine solche Maßnahme gekämpft. Neben mehr Verkehrssicherheit für die Schulkinder erhoffen sich die Initiator*innen eine allgemeine Verbesserung der Verkehrsbedingungen für den Fuß- und Radverkehr. Bei einem Mobilitätsfest im September 2024 wurde die Straßensperrung bereits für einen Tag ausprobiert. Der dadurch neu geschaffene Raum wurde mit zahlreichen Aktionen bespielt, und auch der ADFC Hamburg war mit einem Fahrradparcours beteiligt.

In Volksdorf

 Die Elterninitiative AG Verkehrssicherheit in Volksdorf engagiert sich, koordiniert mit sieben Schulen, für mehr Schulwegsicherheit. Sie hat dabei (nach eigener Aussage) “auf große Aktionen verzichtet und ist ausschließlich den Weg über die Politik gegangen". Über Anträge beim Regionalausschuss sowie im Mobilitäts- und Wirtschaftsausschuss hat die Initiative schon im April einen Beschluss der Bezirksversammlung erwirkt. Er besagt, dass die Ahrensburger Straße teilweise/zeitweise zur Schulstraße umgewandelt werden soll. Dies würde den Schulweg von circa 2.800 Kindern aus vier verschiedenen Schuleinrichtungen verbessern. Die Initiative fordert, dass mit der Umsetzung noch in diesem Jahr begonnen wird. Vorbild für diesen Versuch ist Nordrhein-Westfalen, wo in Köln die ersten vier Schulstraßen offiziell eingerichtet wurden.

Petition mit über 3.700 Unterschriften überreicht

Auch die Kidical Mass am 22. September 2024 in Wandsbek stand wieder unter dem Motto Schulstraßen. Am Zielpunkt der Spaß-Radtour wurde die Schulstraßen-Petition (siehe auch RadCity 3.24) mit über 3.700 Unterschriften an den Senator für Verkehr und Mobilitätswende, Anjes Tjarks, und die SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Anja Quast überreicht. Dabei appellierte Olaf Wagner von der Elterninitiative AG Verkehrssicherheit Volksdorf an die Teilnehmenden und den Senator: "Die Mobilitätswende fängt in den Schulen an!"

Darum braucht Hamburg jetzt schnell einen Schulstraßen-Erlass, damit nicht jede Elterninitiative, jede Schule beziehungsweise jeder Bezirk das Rad neu erfinden muss!

Kay Brockmann

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