Keyvisual ADFC-Fahrradklima-Test 2022

Fahrradklima-Test 2022 © ADFC | April Agentur

Hamburg beim ADFC-Fahrradklima-Test: Verkehrswende im Schneckentempo

Bei der bundesweiten ADFC-Umfrage zum Fahrradklima enttäuscht Hamburg erneut mit einer Gesamtnote von 4,0.

Im Ergebnis der Meinungsumfrage verbessert sich die Hansestadt um einen Platz im Vergleich zu 2020 auf Postion 6 unter 14 Großstädten. Aber: „Hamburg erzielt nur marginale Fortschritte im Klimatest und bleibt mit Schulnote 4 im grauen Mittelfeld der deutschen Großstädte“, sagt Tom Jakobi, im Vorstand des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in Hamburg für Verkehrspolitik zuständig. „Bei Infrastruktur und Verkehrssicherheit schneidet die Stadt besonders schlecht ab.“ In Hamburg empfinden erschreckende 77 Prozent der Befragten das Radfahren als gefährlich – nur wenigen macht es überwiegend Spaß. Zum Vergleich: in Bremen, dem Sieger des Klimatests, macht es auch dank vieler Fahrradstraßen 66 Prozent der Teilnehmer:innen Spaß Rad zu fahren.
 
Als gut bewerten Hamburgs Radfahrende wie schon in den letzten Umfragen das öffentliche StadtRAD-Leihsystem (Note 2,0) und die zahlreichen in Gegenrichtung geöffneten Einbahnstraßen (2,3). Die Erreichbarkeit des Stadtzentrums (2,8) erzielt einen zumindest befriedigenden Wert. Besonders schlecht wird die Breite der Hamburger Radwege bewertet (Note 4,9), ebenso wie die ungenügende Kontrolle von Falschparkern auf Radwegen (4,9) und das Problem der Fahrraddiebstähle (4,9).

ADFC-Landesvorsitzende Samina Mir: „Hamburgs Radverkehrsbedingungen müssen in der Fläche besser werden.“ Denn in der Wahrnehmung der Menschen, die in Hamburg mit dem Fahrrad unterwegs sind, führen die Maßnahmen der Stadt offenbar noch nicht zu einer signifikanten Verbesserung der Situation. Trotz zahlreicher Verbesserungen im Einzelnen wird die Gesamtsituation in der Umfrage als unbefriedigend bewertet.

Gleichzeitig wächst die Zahl der Radfahrenden viel dynamischer als die Verbesserungen bei Infrastruktur, Sicherheit und Service. Aber: „Mit dieser Verkehrswende im Schneckentempo schafft Hamburg seine Klimaziele nicht“ kritisiert Cajus Pruin, im ADFC-Vorstand für Stadtentwicklung zuständig.

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist eine der größten Befragungen zur Zufriedenheit der Radfahrenden weltweit. Er wird vom Fahrradclub ADFC alle zwei Jahre mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums durchgeführt und fand 2022 zum zehnten Mal statt. In Hamburg haben rund 4.200 Radfahrerinnen und Radfahrer bei diesem Durchgang abgestimmt. Bei den 27 Fragen ging es darum, ob man sich auf dem Rad sicher fühlt, wie gut die Radwege sind und wie viel die Stadt für die Fahrradförderung tut. Die Ergebnisse des Tests haben durch die breite Bürgerbeteiligung hohe Aussagekraft und können dabei helfen, das Angebot für Radfahrende gezielt zu verbessern.

Die TOPs und FLOPs aus Hamburg

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https://hamburg.adfc.de/artikel/fahrradklimatest

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

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    Der ADFC ist die größte Interessenvertretung für Radfahrende weltweit und hat mehr als 220.000 Mitglieder bundesweit, davon über 9.000 in Hamburg. Als Fahrradlobby setzen wir uns für die Verkehrswende mit dem Fahrrad im Mittelpunkt ein - und damit für mehr Klimaschutz, Sicherheit, Gesundheit und Lebensqualität.

    Der ADFC ist parteipolitisch neutral, aber parteilich, wenn es um die Interessen von Radfahrenden geht. Mit Kampagnen fördern wir den öffentlichen Diskurs und erzeugen politisch Druck. Auf Fachveranstaltungen und durch Lobbyarbeit informieren wir politische Entscheider*innen. Mit Projekten wie dem ADFC-Fahrradklima-Test schaffen wir öffentliche Aufmerksamkeit für dringend notwendige Verbesserungen der Radfahrbedingungen. Unsere Serviceangebote machen Radfahrenden das Leben leichter. Und im Freizeitbereich veranstalten wir Radtouren und fördern den Radtourismus.

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