Leeschenblick in Wandsbek

Mit dem Radfahrstreifen am Leeschenblick hat die Bezirksgruppe Wandsbek eine bessere Lösung als die ursprünglich geplanten schmalen Schutzstreifen erreicht. © Ulf Dietze - ADFC Hamburg

Neues aus den Bezirken: Wandsbek

Nicht erst seit der Bürgerschaftswahl im letzten Jahr ist die Verkehrssituation auf Hamburgs Straßen und Radwegen in aller Munde. Was hat sich seither in den Bezirken aus Sicht der Radfahrenden verändert, verbessert, verschlechtert? Heute: Wandsbek.

In Wandsbek ist das Bild gemischt. Es wurden einzelne, recht gute neue Radfahrstreifenlösungen zum Beispiel für die Kühnstraße, die Fabriciusstraße (in Kürze auch von Richeystraße bis Steilshooper Allee) und den Friedrich-Ebert-Damm oder die Steilshooper Straße (Richeystraße bis Appelhoff) gebaut.

Im Leeschenblick konnten wir mit dem Vorschlag einer komfortablen Radfahrstreifenlösung erreichen, dass die zunächst geplanten, schmalen Schutzstreifen ebenso wegfielen wie die Probleme mit Falschparkern.

Probleme mit der Veloroute 5

Daneben gibt es aber auch weiterhin viele schlechte Planungen zu beobachten. In der Berner Allee wurden im Herbst 2020 Radwege aus Pflastersteinen erneuert, die, wie wir wissen, schon in Kürze viel schlechter zu befahren sein werden als ein Radfahrstreifen. Dabei handelt es sich hier sogar um eine Veloroute, bei der bekanntlich besonders hohe Ausbaustandards anzulegen sind.

Die Veloroute 5 soll nördlich des Ohlsdorfer Friedhofs nicht mehr, wie geplant, über Nebenstraßen führen, die wir gerne als Fahrradstraßen gesehen hätten, sondern auf schmalen Radwegen entlang der Saseler Chaussee – wo bleiben da Sicherheit, Komfort und Attraktivität, die drei Hauptanforderungen an eine Veloroute?

Mit der Planung für den Straßenzug August-Krogmann-Straße – Karlshöhe – Farmsener Weg sind wir ebenfalls nicht einverstanden. Es wird keine durchgängigen Radfahrstreifen geben, sondern auch Abschnitte mit untermaßigen Radwegen irgendwo hinter den Bäumen – mit den üblichen Nachteilen für Verkehrssicherheit und Fahrkomfort. Hier fordern wir durchgängige Radfahrstreifen oder alternativ Tempo 30.

Gerungen wird derzeit unter anderem um die Eckerkoppel, die unserer Meinung nach Fahrradstraße werden sollte. Auch um den Abschnitt der Tilsiter Straße von Lesserstraße bis Stephanstraße gibt es Diskussionen: Erst wenn hier das Kfz-Parken auf der Fahrbahn entfällt, lässt sich eine hochwertige und sichere Radverkehrslösung herstellen.

Stadtteilübergreifendes Radverkehrsnetz fehlt weiterhin

Insgesamt scheint die Regel behördlicherseits weiterhin zu lauten: Auto muss fahren und parken, Bäume müssen stehen. Danach (!) wird geschaut, was für Straßenmöblierung, Fuß- und Radverkehr noch übrig ist, und wie man mit geringstem Aufwand „Lösungen” finden kann. Jüngste Planungen zeigen, dass dies dann heißt: Radverkehr findet im Mischverkehr mit den Autos bei Tempo 50 auf der selben Fläche statt - oder soll alternativ mittels Gehweg/Radverkehr frei in der Nebenfläche mit Schrittgeschwindigkeit fahren - einer Mobilitätswende kommen wir so nicht näher.

Was dem Bezirk Wandsbek komplett fehlt, ist ein Plan für ein stadtteilübergreifendes, hochwertiges Radverkehrsnetz. Und der einzige Radschnellweg, der das Umland mit dem Bezirk Wandsbek verbinden soll, wird trotz der von uns vorgeschlagenen Alternativrouten lediglich von Ahrensburg zur U-Bahn Volksdorf führen. Hier hätte es gute Möglichkeiten einer Streckenführung bis Berne/Farmsen oder Rahlstedt gegeben.

Ulf Dietze

Dieser Artikel stammt aus der aktuellen RadCity 01/2021

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Gute Beispiele: Direktes Linksabbiegen

Direktes Linksabbiegen hat für den Radverkehr einige Vorteile.

https://hamburg.adfc.de/artikel/neues-aus-den-bezirken-wandsbek-1

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