In vier Quadranten geteiltes Straßennetz

Stadt ohne Durchgangsverkehr © ADFC HH

Kfz-Durchgangsverkehr aus Wohnquartieren fernhalten

 

#QuartiereFürMenschen

Wir wollen das Leben der Menschen zurück in die Straßen bringen! Dafür schaffen wir Orte der Begegnung mit Wohlfühl-Plätzen und Straßen als Lebensräume.

 

Dort lassen wir unsere Kinder und Enkel wieder spielen und halten uns dort gerne auf. Zu Fuß gehen, Rad fahren und Nutzung des ÖPNVs sind schon heute in den Wohnquartieren Hamburgs die bevorzugten Verkehrsmittel und werden durch die Schaffung der #QuartiereFürMenschen weiter gefördert.

Schon in den 1970er- und 1980er-Jahren gab es eine Phase, in der auf die zunehmende und dominierende Autonutzung und den daraus resultierenden vielen schweren Unfällen mit ersten Verkehrsberuhigungen auch in Hamburg reagiert wurde. Die Stadt hat Tempo-30-Zonen eingerichtet und einige Straßen für den Kfz-Durchgangsverkehr geschlossen. In den Niederlanden führte dieser Impuls damals mit dem Slogan »Stoppt den Kindermord« sogar zu einem deutlichen Umdenken. Die Niederländer begannen in der Folge, den Radverkehr deutlich auszubauen und ihre Wohnquartiere auf die Bedürfnisse der Menschen auszurichten. Dort wird der Kraftverkehr konsequent aus den Quartieren herausgehalten und direkt auf die Hauptverkehrsstraßen geführt. Ein Queren der Wohn- und Geschäftsviertel mit dem Auto ist meist nicht möglich. Dies macht das zu Fuß gehen und Rad fahren besonders attraktiv, da es im Quartier entspannter möglich ist und man mit dem Rad früher als mit dem Auto das Ziel erreicht.

So geht's: Quartiere für Menschen

Was wollen wir machen, um #QuartiereFürMenschen in Hamburg zu schaffen?
"Kein Durchgangsverkehr in Wohnquartieren" ist eine der wichtigsten Leitlinien der vielen Städte, die uns inzwischen als Vorbilder dienen. In London nennt man dieses Konzept "Mini Hollands". Wir möchten dies am Beispiel eines fiktiven Stadtquartiers zeigen.

 

Bild eines Straßennetzes
Stadt_mit_Durchgangsverkehr © ADFC HH

Dieses Bild zeigt in gelb die Hauptstraßen an, in hellgrün die Quartiererschließungs- und in dunkelgrün die Wohnstraßen.

Straßennetz
Verkehrsberuhigte_Stadt © ADFC HH

Dieses Bild zeigt den Zustand, den wir heute schon häufig vorfinden: ein Wohnquartier umgeben von Hauptstraßen mit einem dichten Netz an immer noch schnell zu befahrenden Straßen.

In vier Quadranten geteiltes Straßennetz
Stadt ohne Durchgangsverkehr © ADFC HH

Dieses Bild zeigt ein in vier Quadranten aufgeteiltes Quartier. Es gilt die Vorgabe: der Kfz-Verkehr kann nur über die äußeren Hauptstraßen in den jeweiligen Quadranten kommen. Sichtbar wird, dass sich im Zentrum Räume ohne Autonutzung ergeben. Diese autofreien Plätze und Straßen haben wir hellblau markiert.

Soll weiterhin z.B. ein Bus, die Müllabfuhr oder die Rettungsdienste das Quartier durchqueren können, kann dies durch »Modalfilter« wie versenkbare Poller oder Schranken, erfolgen.

Um die Verkehrssicherheit und auch den Verkehrsfluss auf der Hauptstraße zu verbessern, ist es hilfreich, kleine reine Wohnstraßen von der Hauptstraße abzubinden (Bild 3 hellblaue Durchlässe zu den gelben Hauptstraßen). Dies bedeutet weniger Einmündungen und damit weniger Störungen des Hauptstraßenverkehrs und weniger Gefahrenpunkte. Zusätzlich wird das Wohnquartier auch am Rand beruhigt und statt großer Einmündungsbereiche werden autoarme Räume erzeugt.

Weitere Werkzeuge dieser Quartiersentwicklung sind: Einbahnstraßen, Diagonalsperren, Poller und autofreie Plätze. Dies alles sind Maßnahmen, die ohne einen aufwändigen Straßenumbau schnell und kostengünstig umgesetzt werden können. Somit ideal, um es versuchsweise auszuprobieren und Erfolg oder auch eventuellen Misserfolg und die Akzeptanz mit den Menschen zu erleben.

Für das Kerngebiet Eimsbüttel schlägt die ADFC-Bezirksgruppe genau so eine Umgestaltung vor.

Weitere Beispiele sind:

Jens Deye

Verwandte Themen

Radschnellwegstandard

Fast ein Radschnellweg: Neuer Abschnitt der Veloroute 5 beim Pergolenviertel

Von der Sengelmannstraße im Norden bis zum Stadtpark im Süden gibt es eine neue und gut ausgebaute, etwa 1,3 km lange…

Frau mit Mountainbike, Michel und Elbe im Hintergrund

Linksammlung zum Thema Verkehr in Hamburg

Hier findest du Links zur StVO, Verkehrsplanung, Unfallstatistik, Luftqualität und vieles mehr.

Fahrradstadt Hamburg?

Ein Jahr Mobilitätswende in Hamburg - eine gemischte Bilanz

Seit einem Jahr hat sich die Hamburger Verkehrsbehörde unter Senator Anjes Tjarks die Mobilitätswende auf die Fahnen…

Leeschenblick in Wandsbek

Neues aus den Bezirken: Wandsbek

Nicht erst seit der Bürgerschaftswahl im letzten Jahr ist die Verkehrssituation auf Hamburgs Straßen und Radwegen in…

Unterführung am U-Bahnhof Oldenfelde, links Fahrradbügel, rechts Fahrradboxen, mittig eine breite Rampe mit zwei Personen zu Fuß.

ADFC-Position: Gleisunterführungen und Rampen für den Radverkehr

Bauwerke des Schienenverkehrs stellen mit Dämmen und fehlenden Querungsmöglichkeiten Barrieren dar.

Verkehrszeichen Radweg

Radwegbenutzungspflicht

Radfahrende müssen längst nicht jeden vorhandenen Radweg entlang einer Straße benutzen - oft dürfen sie ebenso auf der…

Die Strasse Bellevue ist eine Fahrradstraße in Hamburg

Straßen (nur) fürs Fahrrad

In Hamburg gibt es rund zwanzig Straßenkilometer, auf denen Autofahrer*innen nur Gäste sein und Radfahrer*innen Vorrang…

Satzung des ADFC Hamburg e.V.

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass jeder Verein eine Satzung haben muss. Sie beinhaltet die Grundregeln, nach denen ein…

Ein aufgeweiteter Radaufstellstreifen vor einem Fahrstreifen

Gute Beispiele: ARAS - Aufgeweitete Radaufstellstreifen

Der aufgeweitete Radaufstellstreifen (ARAS) liegt vor der Haltelinie der selben Richtungsfahrspur.

https://hamburg.adfc.de/artikel/kfz-durchgangsverkehr-aus-wohnquartieren-fernhalten

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

    weiterlesen

  • Wie erreiche ich den ADFC Hamburg?

    Geschäftsstelle des ADFC Landesverband Hamburg e.V.
    Koppel 34-36
    20099 Hamburg

    Telefon: +49 40 39 39 33
    Fax: +49 40 3 90 39 55
    E-Mail: kontakt [at] hamburg.adfc.de

     

    Erreichbarkeit
    Die Geschäftsstelle ist an Werktagen grundsätzlich telefonisch erreichbar. Anrufe können jedoch nicht immer persönlich entgegen genommen werden. Nachrichten auf dem Anrufbeantworter sind sehr willkommen und werden (werk)täglich abgehört und beantwortet.
    Bitte nutzen Sie auch unsere E-Mail-Adresse.

    Persönliche Termine sind nach Absprache möglich.

    weiterlesen

  • Wie kann ich den Newsletter abonnieren?

    Der kostenlose Newsletter des ADFC Hamburg informiert ein bis drei Mal im Monat über Neuigkeiten zum Radfahren in Hamburg und über die Arbeit des ADFC.

    Hier geht's zur Anmeldung
    Du kannst dich jederzeit über einen Link im Newsletter wieder davon abmelden.

  • Wo kläre ich meine Fragen zur Mitgliedschaft?

    Für Änderungen zur Mitgliedschaft stellen wir verschiedene Formulare bereit, mit denen du z.B. eine neue Anschrift ganz einfach mitteilen kannst. Du benötigest lediglich deine Mitgliedsnummer.

    Mitglied werden kannst du hier.

    Bei Fragen zur Mitgliedschaft hilft dir unser zentraler Mitgliederservice in Bremen gerne weiter: +49 421 34 62 923.

    Eine Übersicht zu unseren Mitgliedervorteilen findest du hier.

  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

    weiterlesen

Bleiben Sie in Kontakt